Gefahr am Morgen: Ein Tier kommt selten allein

Vorarlberg / 28.03.2013 • 22:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Autofahrer müssen jetzt bei Dämmerung jederzeit mit Wild­wechsel rechnen.

schwarzach. (VN-mef) In der Nacht zum Ostersonntag ist es so weit: Die Uhren werden um eine Stunde vorgestellt. Abrupt steigt damit auch wieder die Gefahr für Wildunfälle, denn der morgendliche Berufsverkehr fällt genau in die Dämmerung. Die Tiere sind derzeit aktiver, die Menschen mit Umstellung auf die Sommerzeit öfter in der Natur und abends länger unterwegs. Für die Wildtiere ist das ein weiterer Stressfaktor, der zu ungewollten Zusammentreffen führen kann.

Drei Menschen sind laut Statistik im Vorjahr in Vorarlberg bei Wildunfällen verletzt worden. Über 300 Tiere wurden auf den heimischen Straßen getötet, darunter 151 Rehe und 70 Füchse.

Vorsicht ist vor allem im Bereich der Gefahrenzeichen „Achtung Wild“ geboten. Tritt ein Tier plötzlich auf die Fahrbahn, sollte die ­Geschwindigkeit gedrosselt und gleichzeitig gehupt werden. Wer ein Reh an der Straße stehen und wechseln sieht, sollte auch danach noch vorsichtig fahren. Wildtiere bewegen sich in Gruppen. Mit großer Wahrscheinlichkeit kommen daher noch einige nach.

Wer einen Unfall nicht mehr vermeiden konnte und ein Wildtier angefahren
hat, muss die Unfallstelle ­absichern und in jedem Fall die Polizei verständigen – auch dann, wenn das Tier nur verletzt wurde und wieder im Wald verschwunden ist. Strafbar macht sich ­übrigens, wer ein getötetes Wildtier ohne Befugnis mitnimmt.

Um Wildunfälle zu vermeiden, rät der ÖAMTC:

» Auf Wildwechsel-Warnschilder achten! In diesem Bereich gilt es aufmerksam und vorausschauend zu fahren und den Abstand zum Vorderfahrzeug groß zu halten.

» Reduzieren Sie die Geschwindigkeit, blenden Sie ab und hupen Sie, wenn Sie Wild sehen. Läuft das Tier davon, müssen Sie weiter vorsichtig sein: Da Tiere oft in Gruppen flüchten, könnten noch einige nachkommen.

» Droht ein Zusammenstoß mit einem Wildschwein, Reh oder Hirsch, ist das Risiko für Verletzungen der Fahrzeuginsassen groß. In diesem Fall dürfen Sie ohne rechtliche Konsequenzen voll bremsen.

» Passiert trotz aller Vorsicht ein Wildunfall, müssen Sie zuerst die Unfallstelle absichern, eventuell verletzte Personen versorgen und die Polizei verständigen.

» Melden Sie den Unfall immer, auch wenn es keine Verletzten gibt und auch das Tier weiterläuft. Zum einen benötigen Sie die Meldung für die Versicherung, zum anderen kann die Polizei entscheiden, ob ein Wildhüter informiert werden muss, um das Tier aufzuspüren.

» Berühren Sie verletzte Wildtiere niemals! Wenn Sie das verletzte oder getötete Wild mitnehmen, machen Sie sich des Diebstahls strafbar.