Mehr Geld und eine bessere Ausbildung

Vorarlberg / 28.03.2013 • 18:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mischten sich fürs Foto unter die Kinder des Eltern-Kind-Zentrums in Feldkirch: (v. l.) Hubert Hämmerle, Kindergartenleiterin Bettina Moravec und Wolfgang Stoppel. Foto: AK
Mischten sich fürs Foto unter die Kinder des Eltern-Kind-Zentrums in Feldkirch: (v. l.) Hubert Hämmerle, Kindergartenleiterin Bettina Moravec und Wolfgang Stoppel. Foto: AK

Das fordern Arbeiterkammer und Gewerkschaft für Kindergartenpädagoginnen.

Feldkirch. (VN-mm) Die „Tanten“ in den Kindergärten sollten endlich ausgedient haben. Antiquierte Entlohnungstabellen oder erstarrte Öffnungszeitenkonzepte ebenso. Dafür sei die frühkindliche Förderung und Erziehung zu wichtig, sind sich Arbeiterkammer und Gewerkschaft der Gemeindebediensteten einig. In ebensolcher Harmonie fordern sie nun eine bessere Ausbildung und Bezahlung von Kindergartenpädagoginnen, optimierte Betreuungsangebote sowie eine Verlagerung der Kompetenzen für die Kindergärten zum Land. Besonders, was die pädagogische Ausrichtung betrifft.

Einheitliche Dienstverträge

Damit sind AK-Präsident Hubert Hämmerle und Gewerkschafter Wolfgang Stoppel gar nicht zufrieden. „Bislang gab es im Frühpädagogikbereich nur den Lehrgang zur Spiel- und Kindergruppenbetreuerin im Ausmaß von 20 Seminartagen“, verdeutlichten die beiden Herren das Manko. Und verwiesen darauf, dass schon seit vier Jahren die Einführung entsprechender Zusatzqualifikationen gefordert werde. „Unser Rufen blieb bislang leider ungehört“, musste Hämmerle einräumen.

Notwendig sind nach Ansicht von Arbeiterkammer und Gewerkschaft aber auch einheitliche Dienstverträge, „an die sich die Gemeinden zu halten haben“, so Stoppel. Es könne nicht sein, dass ­Kindergartenpädagoginnen und –pädagogen unterschiedlich entlohnt würden. Ab­gesehen davon habe sich das Berufsbild der Kindergärt­nerin verändert, die Belastungen seien mehr geworden.

„Bei der Bemessung der Gehaltshöhe fand das noch keine Berücksichtigung“, monierte der Landesvorsitzen­de der Gemeindebediensteten-Gewerkschaft. Der Kritik folgten Fakten. So verdient eine Kindergartenpädagogin pro Jahr im Durchschnitt 9000 Euro weniger als ein Gemeindebediensteter mit Maturaniveau. Auf die Lebensverdienstsumme hochgerechnet macht das 1,5 Millionen Euro aus, ein Experte im Sachbereich streicht dagegen 1,9 Millionen Euro ein. „Dieser Unterschied gehört umgehend beseitigt“, so Stoppel. Man müsse anerkennen, dass Kindergärten zu einem wichtigen Teil der Aus­bildung von Kindern gehörten.

Zu viele Schließtage

Verbesserungspotenzial orten AK und Gewerkschaft zudem beim Ausbau der Betreuungseinrichtungen. Laut Erhebung wünschen sich Eltern flexiblere Öffnungszeiten sowie mehr Öffnungstage. Derzeit hat Vorarlberg bundesweit die zweithöchste Zahl an Schließtagen. ­Weitere Forderungen betreffen die Schaffung zusätzlicher ­Plätze in der Kleinkindbetreuung und kleinere Gruppen, um eine echte Frühförderung gewährleisten zu können.

Fakten

Anzahl der Kindergärten: 250

Anzahl der Kinder: 9552

Anzahl Personal: 1379

Davon Männer: 9

Schließtage pro Jahr: 50,1

Österreichweit: 10,2