Jeder Einzelne ist gefordert

Vorarlberg / 29.03.2013 • 19:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Dimensionen der Erderwärmung werden weit unterschätzt: „Der Klimawandel ist die größte Bedrohung des Wohlstandes und der Lebensbedingungen unserer Generation und in höherem Maße der Kinder und Enkel. Die Zeit wird knapp.“ Dies sagt Heinz Kopetz, Mitgründer des Österreichischen Biomasseverbandes und steirisches Urgestein für die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energie. Es sei ein folgenschweres Missverständnis, heute noch zu glauben, es handle sich um Phänomene wie das Waldsterben oder das Ozonloch, und es genüge, zusätzliche Filter einzubauen. Die Zeit wird knapp, um wirksam gegenzusteuern. Das „Budget“ für den Ausstoß von Treibhausgasen ist bald ausgeschöpft, soll eine weitere Aufheizung um höchstens zwei Grad Celsius bis 2050 erreicht werden.

Kopetz fordert eine Energierevolution, also einen radikalen Kurswechsel. Österreich gehöre zu jenen Ländern, in denen die Brisanz von der Bundespolitik geradezu ignoriert wird. Auf die EU zu verweisen, bringt ebenso wenig wie Klimakonferenzen. Im Gegenteil: Energiepolitik ist eine nationale Sache, und der Tagungstourismus rund um den Erdball erzeugt sinnlose Flugkilometer. Die Europäische Kommission wacht viel zu spät auf: Sie will jetzt die Klima- und Energiepolitik bis 2030 in den Mittelpunkt einer breiten öffentlichen Konsultation stellen, und hat dazu ein Grünbuch veröffentlicht. Die zuständige EU-Kommissarin Connie Hedegaard meint, dass es jetzt an der Zeit sei, die Zielvorgaben für 2030 festzulegen: „Je früher wir dies tun, desto mehr Sicherheit geben wir unseren Unternehmen und Investoren. Und je ehrgeiziger diese Zielvorgaben sind, desto besser ist das für das Klima.“

Es geht auch anders: Neben kurzfristigen Zielen für Wachstum und Gewinn müssen Wirtschafts- und Finanzpolitik langfristig die Senkung der Emissionen als Beitrag zur Klimastabilisierung im Visier haben. Jeder Einzelne und jedes Land ist gefordert. Die Vorarlberger gehen mit tausenden kleinen Schritten voran. Mit oder ohne Politik. Die VN haben erneut den Klimaschutzpreis 2014 gestartet. Früh genug, schlaue neue Projekte einzureichen. In Vorwahlzeiten wie diesen sind die „Volksvertreter“ ohnehin hauptsächlich damit beschäftigt, ihre Pfründe zu sichern, was aber keinen von der Eigeninitiative wirklich ablenkt.

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Marianne Mathis ist freie Journalistin .
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