Kein Schadenersatz für Seniorin nach Wanderunfall

Vorarlberg / 29.03.2013 • 22:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Wegehalter soll in freier Natur nicht für alle erdenklichen Risiken haften – Klage abgewiesen.

möggers. (ec) In Möggers gibt es einen liebevoll gestalteten Waldlehrpfad. Sowohl Kinder als auch Erwachsene benutzen gerne den Rundweg, der mit Überraschungen und allerlei Interessantem aufwartet. Im Sommer war auch ein deutsches Ehepaar auf der Route unterwegs. Als es an einen Bach kam, wollte die 69-Jährige über einen Baumstamm balancieren. Der Bach führte zwischen einem und drei Zentimetern Wasser, ein Durchqueren wäre somit leicht möglich gewesen. Der einst durch übermäßige Schneelast umgestürzte Baumstamm lag zufällig dort, als Wegelement war er nie gedacht. Der „offizielle“ Weg verlief ein Stück daneben. Der Ehemann ermutigte seine Gattin, über den Stamm zu gehen. Er wollte daneben herlaufen und sie stützen. Die Frau wartete nicht auf die angebotene Hilfestellung, sondern lief von selbst los. Plötzlich wurde sie unsicher, schwankte und wollte schnell das andere Ende erreichen. Dabei rutschte sie aus und fiel drei Meter in die Tiefe. Die Rentnerin brach sich beide Beine, erlitt zahlreiche Prellungen und Schürfwunden und musste von der Bergrettung geborgen werden.

Abseits unterwegs

Obwohl die Wanderer abseits des Weges unterwegs waren, war das deutsche Ehepaar überzeugt, es hätte Anspruch auf Schadenersatz in der Höhe von 4000 Euro. Doch die Forderung wurde in zwei Instanzen abgewiesen, womit das Schlusswort gesprochen ist. „Jener Wegabschnitt, auf dem sich der Unfall ereignete, ist ausdrücklich als alpiner Steig bezeichnet. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass er schwer begehbar ist“, erklärt Christoph Dorner, Anwalt der beklagten Partei. Der umgefallene Baumstamm war nie Wegelement und das war auch deutlich zu erkennen. „Die Wegehalterin trifft keine Verletzung der Sorgfaltspflicht und schon gar kein grobes Verschulden“, entschied das Gericht in zwei Instanzen. „Die Klägerin hat die Unterstützung ihres Mannes nicht abgewartet und somit den Unfall selbst und alleine zu verantworten“, schließt der Richter die Beweiswürdigung. Die Forderung von 4000 Euro ging somit ins Leere. Außerdem muss die Prozessverliererin der Gegnerin die Prozesskosten von 2600 Euro ersetzen.