Von Stichwörtern zu ganzen Filmen

Vorarlberg / 02.04.2013 • 21:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Design von Vine ist einfach, schlicht und praktisch. Sobald man bei einem Posting stehen bleibt, spielt der Film automatisch ab.
Das Design von Vine ist einfach, schlicht und praktisch. Sobald man bei einem Posting stehen bleibt, spielt der Film automatisch ab.

Mit der App „Vine“ können Kurzfilme simpel auf Facebook und Twitter gepostet werden.

Schwarzach. In Amerika macht es jeder. Schüler, CEOs, Celebrities. Ja sogar der Papst macht es, oder zumindest dessen Ghostwriter: Die Rede ist vom Twittern. Wer Wichtiges, Neues oder Skurriles mitzuteilen hatte, ließ es seine Follower wissen. Bislang war man jedoch da­rauf beschränkt, seine Gedanken in 140 Zeichen zu fassen. Oder man verzichtete freiwillig auf ein paar Zeichen und fügte stattdessen ein Foto zu seiner Nachricht hinzu.

Twitter hat nun die Möglichkeiten seiner User erweitert und mit „Vine Twitter“ eine „Microvideo“-App ausschließlich für iOS veröffentlicht. Mithilfe der kostenfreien Anwendung können sechs Sekunden lange, in einer Endlosschleife abspielende Videoloops erstellt und mit einem Touch auf Facebook, Twitter oder beidem verknüpft werden.

Solide Social-Web-App

Vine ist zweifelsohne eine schön gemachte App, die auf eine etablierte Rezeptur erfolgreicher mobiler Social-Web-Apps setzt: ein hübsches, minimalistisches Design kombiniert mit bewährten Interaktionsoptionen („Like“, Kommentare, etc.), einem einen persönlichen Stream generierenden asymmetrischen Follower-System, einer guten, simplen User Experience beim Erstellen von Inhalten (in diesem Fall kurze Videoloops) sowie Sharing-Werkzeugen, um Content anderswo im sozialen Netz verbreiten zu können.

Vine zu verwenden macht durchaus Spaß und hat Suchtpotenzial. Anfangs noch hölzern und scheinbar unbedeutend, gewinnen die Kurzfilme mit der Zeit dann doch an Bedeutung, aber vor allem an Qualität. Auch wenn sie sich auf sechs Sekunden beschränken, sind beim Erstellen der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Anregungen lassen sich auf der App genügend holen. Twitter-Nutzer können die Kurzfilmchen ihrer Freunde ohne einen weiteren Klick direkt auf der Twitter-Webseite betrachten.

Wie auch Twitter schwappt die Vine-Welle langsam aus den USA nach Europa über. „Vine könnte durchstarten, wenn es für Nachrichten benutzt wird“, meint etwa Nick Bilton, Technologiejournalist bei der „New York Times“. Skeptisch war man jedoch auch zuvor bei Twitter – in den letzten Jahren ist die Anzahl der User förmlich explodiert. Ob Vine ein Erfolg wird, hängt nun davon ab, wie die Anwender den Videodienst nutzen.