Wärmelampen für die „Bibili“

Vorarlberg / 02.04.2013 • 21:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dieser Salat ist noch ein Winzling und muss noch gehörig wachsen: Noch verzagt Hubert Vetter jedoch nicht. Foto: VN/Hartinger
Dieser Salat ist noch ein Winzling und muss noch gehörig wachsen: Noch verzagt Hubert Vetter jedoch nicht. Foto: VN/Hartinger

Für Bio-Landwirt Hubert Vetter wird dieser Endlos-Winter langsam zum Problem.

Lustenau. (VN-hk) Es piepst und raschelt im warmen Stall. Die 2500 Küken auf dem mit Stroh ausstaffierten Boden fühlen sich sicht- und hörbar wohl. Die Besucher, die von draußen aus der Kälte kamen, zwischenzeitlich auch. Bauer Hubert Vetter (60) hat sich diese Wärme was kosten lassen. Zusätzlich zu den ohnehin vorhandenen Wärmespendern hat er 20 große Gasflaschen und 20 Wärmelampen angeschafft. „Die Bibili brauchen’s warm. So zirka 25 Grad“, sagt Vetter, während er zwei der entzückenden Wollknäuel aufhebt und liebkost. Sie sollen’s gut haben in den nur zehn Wochen ihres Lebens. Denn dann werden die aufgeweckten Piepmatze geschlachtet und landen als Qualitätshühner in diversen Töpfen. Das Vetter-Geflügel wird heuer mehr kosten als im letzten Jahr. Den höheren Energiekosten aufgrund des garstig-kalten Wetters sei Dank.

Noch nicht gepflanzt

Es läuft dieser Tage überhaupt alles ein bisschen anders am Vetter-Hof. Zum Beleg dafür stapft Hubert Vetter nach draußen und zieht an der Hauswand ein weißes Vlies hoch. Zum Vorschein kommen Tausende Setzlinge für verschiedenste Salat- und Gemüsesorten. „Die sollten schon gepflanzt sein. Aber das ging bei diesem Wetter nicht. Ich habe derzeit 30.000 Setzlinge am Hof. Die warten alle darauf, in die Erde gepflanzt zu werden. Bald schon kommen die nächsten 20.000.“ Vetter wird versuchen, diese Woche endlich die erste Partie ins Erdreich zu bringen. „Ich bin ja nicht jemand, der sofort die Nerven wegwirft. Aber langsam wird das mit dem Wetter schon ungemütlich“, kann er sich ein Raunzen gegen Petrus nicht verkneifen.

Problem mit dem Mist

Alles auf dem Hof läuft wegen des Endlos-Winters heuer langsamer ab. Im unbeheizten Gewächshaus zeigt uns der Landwirt die noch kaum gewachsenen Eichblattsalat-Setzlinge. „Sie kommen nicht vom Fleck. Bei normalem Wetter mit entsprechenden Temperaturen sollte ich die bereits in einer Woche ernten können“, erklärt Vetter. Er ist weit davon entfernt. Die kleinen grünen Häufchen brauchen endlich Wärme, dass aus ihnen etwas Genießbares wird.

Die anhaltende Kälte und Nässe hat bisher auch das Auftragen von Mist auf die Grünflächen verhindert. „In den Ställen schaut es derzeit entsprechend aus“, erzählt der Bio-Bauer. „Ich kann den Mist nicht auftragen. Da wird die Zeit auch langsam knapp. Denn je später ich den Mist auf die Grasböden auftragen kann, desto größer wird das Risiko, dass er nicht richtig in den Boden einwächst, bevor zum ersten Mal gemäht wird.“

„Ein Quantum Trost“

In Panik versetzen lässt sich der erfahrene Landwirt durch den nicht kommen wollenden Frühling nicht. „Seien wir doch froh darüber, dass sich niemand auch für noch so viel Geld das Wetter kaufen kann“, verweist Vetter auf die Unberechenbarkeit der Natur, mit der er in all den Jahren als Bauer zu leben gelernt hat. „Ein Quantum Trost“ hat er ohnehin bereits ausgemacht: „Es soll in den nächsten Tagen zumindest trockener sein. Das ist ja schon was.“

Ich werf’ nicht gleich die ­Nerven weg. Aber es wird langsam ungemütlich.

Hubert Vetter, Bio-Bauer