Das Stau-Ende ist endlich in Sicht

Vorarlberg / 18.04.2013 • 19:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
30.000 Fahrzeuge, davon 5000 Lkw, sorgen derzeit praktisch täglich für Stau an beiden Enden des Pfändertunnels. Foto: VN/Steurer
30.000 Fahrzeuge, davon 5000 Lkw, sorgen derzeit praktisch täglich für Stau an beiden Enden des Pfändertunnels. Foto: VN/Steurer

Sanierungsarbeiten der Oströhre des Pfändertunnels im Plan. Eröffnung spätestens Anfang Juli.

Bregenz. (VN-mig) Ein umgekipptes Auto, ein defekter Lkw: jeder Zwischenfall im Pfändertunnel hat dieselben Folgen – kilometerlanger Stau an beiden Tunnelenden und ein Verkehrschaos im Bregenzer Stadtgebiet. Ein Bild, das sich praktisch Tag für Tag wiederholt.

Das Stau-Ende ist allerdings in Sicht. „Wir liegen mit den Sanierungsarbeiten voll im Plan“, sagt Asfinag-Sprecher Alexander Holzedel auf VN-Anfrage. Die baulichen Komponenten seien soweit abgeschlossen. Aktuell würde an Licht, Lüftung und der Sicherheitseinrichtung gearbeitet. Wobei die Arbeiten durchaus komplex sind. Die Integration sämtlicher elektrischer und digitaler Einrichtungen in die Gesamtanlage sei eine Herausforderung. „Da geht es um die Koordination der Überwachungsanlagen in beiden Tunnel-Röhren“, so Holzedel.

Verbessert wird ab 22. April die Fahrbahn zwischen Staatsgrenze und Pfändertunnel. Die Beseitigung von Spurrinnen und ein griffiger Belag sollen für mehr Sicherheit sorgen. Abgerissen wird auch das nicht mehr benötigte Flugdach des ehemaligen Zollamtplatzes.

„Spätestens Anfang Juli“

Einen Termin für die Tunnel-Verkehrsfreigabe gibt es noch nicht. Der hänge vom weiteren Verlauf der noch zu erledigenden Arbeiten und den finalen Tests ab, erklärt der Asfinag-Sprecher. Die ersten Autos werden aber spätestens Anfang Juli durch die Oströhre fahren. Dann ist der Pfändertunnel vierspurig. Und damit sollten auch Behinderungen durch Unfälle im Tunnel wie gestern früh keine derart langen Staus mehr verursachen. „Die Tunnelröhren können relativ rasch im Gegenverkehr geführt werden“, so Holzedel weiter.

Kurzfristiger Entlastungseffekt

Mit der Vierspurigkeit des Pfändertunnels endet auch die Zeit der Korridor-Vignette zwischen Bregenz und Hohenems. Der für Verkehr zuständige Stadtrat Gernot Kiermayr, grüner Vizebürgermeister, trauert ihr nicht nach. „Ich glaube, dass die Korridorvignette überschätzt wird.“ Sie sei Stückwerk und habe nicht viel bewegt.

Mit dem Vollausbau des Pfändertunnels erwartet sich Kiermayr nur einen kurzfristigen Entlastungseffekt für Bregenz. Er spricht von ein paar Jahren, „mehr nicht“. „Wenn nicht entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, wird es einen sehr raschen Wiederauffülleffekt geben.“ Man müsse die Zeit der Entlastung klug nutzen. Die Straßen sollten für Fußgänger, Radfahrer und den öffentlichen Verkehr benutzbarer gemacht werden. Oder mit anderen Worten: für den Durchzugsverkehr weniger attraktiv, so Kiermayr zu den VN.

Fakten

Pfändertunnel in Bregenz

Geplante Eröffnung der sanierten zweiten Röhre Ende Juni/Anfang Juli

» Tägliches Verkehrsaufkommen im einröhrigen Pfändertunnel: 30.000 Fahrzeuge (davon rund 5000 Lkw)

» Weströhre: Baubeginn Oktober 2007, Fertigstellung Juni 2012,
6,7 Kilometer lang

» Sanierung Oströhre: Beginn Juni 2012, Fertigstellung Juni/Juli 2013

» Gesamtkosten: 212 Millionen Euro