Verkehr rollt durch zwei Röhren

Vorarlberg / 03.07.2013 • 22:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Erteilte gestern Abend dem Verkehr in der zweiten Pfändertunnelröhre grünes Licht: Asfinag-Projektleiter Hermann Wackerle. Foto: VN/Steurer
Erteilte gestern Abend dem Verkehr in der zweiten Pfändertunnelröhre grünes Licht: Asfinag-Projektleiter Hermann Wackerle. Foto: VN/Steurer

Historische Öffnung: Seit gestern 21.30 Uhr ist der Pfändertunnel vierspurig.

Bregenz, Rankweil. (VN-hk, tw) Modernste Sicherheitstechnologie, zwei nach neuesten Sicherheitsrichtlinien ausgestattete Röhren und technische Innovationen machen den Pfändertunnel seit wenigen Stunden für täglich rund 30.000 Fahrzeuglenker noch sicherer. Auch die häufigen Staus im Nahbereich des Tunnels sollen damit ein Ende finden.

Korridorvignette ist Geschichte

Die Tunnelsicherheit-Offensive der Asfinag läuft in den kommenden Jahren mit Hochdruck weiter: Das Unternehmen investiert bis 2018 1,5 Milliarden Euro.

Mehr als 200 Millionen Euro investierte die Asfinag in die Erhöhung der Sicherheit und Reduktion der täglichen Staus vor dem Pfändertunnel. Mit der zweiröhrigen Verkehrsfreigabe endet nun per Gesetz die Gültigkeit der Vorarlberger Korridorvignette für die Fahrt zwischen Staatsgrenze und Hohenems auf der A 14 Rheintalautobahn.

Letzte Kontrollfahrt um 19 Uhr

Bis 19 Uhr herrschte noch hektisches Treiben rund um die zweite Röhre: Asfinag-Mitarbeiter führten um 19 Uhr Kontrollfahrten durch und technische Einrichtungen wurden ein letztes Mal auf mögliche Mängel geprüft. Kurz nach 21 Uhr wurde der Verkehr angehalten und Leitplanken wurden versetzt. Um 21.30 Uhr rollten erste Fahrzeuge durch die zweite Röhre.

Wie wird das sein, wenn das hochrangige Verkehrsnetz vierspurig durch den Pfändertunnel führt und es die Korridorvignette nicht mehr gibt? „Eine eindeutige Antwort darauf werden wir erst dann bekommen, wenn erste Zahlen basierend auf Beobachtungen über einen längeren Zeitraum hinaus vorliegen“, betont Christian Rankl (57). Dennoch getraut sich der Verkehrsplaner im Landhaus, mögliche Folgen des neuen Verkehrszeitalters nach Freigabe der Röhre aufzuzeigen. „Mit einer Entlastung für den Großraum Bregenz ist zu Hautpverkehrszeiten zu rechnen.“ Hauptverkehrszeiten sind laut Rankl Phasen, in denen Tagesverkehr mit Urlauberverkehr und womöglich auch Tagesausflugsverkehr zusammentrifft.

Lenkungsmaßnahmen

Ein Argument dafür: „Bei langen Staus vor dem Pfändertunnel in beiden Richtungen sind oft auch viele Pkw-Lenker mit gültigen Vig­netten über die Ortschaften ausgewichen – in der Hoffnung, dem Stau zu entgehen. Was sich natürlich meistens als kontraproduktiv herausstellte. Jetzt bleiben diese Autofahrer auf der Autobahn, weil sie dort nicht mehr in Staus geraten.“ Rankl rechnet durch den Wegfall der Korridorvignette andererseits mit dem Ausweichen einiger Kraftfahrer auf den Großraum Bregenz, um sich so Kosten zu ersparen. Ein Mehr an Stadtverkehr könnten laut Rankl aber auch sogenannte „Vergnügungsfahrer“, die dem See entlang fahren, bringen. Rankl kann sich vorstellen, durch gewisse Lenkungsmaßnahmen zur Stärkung des öffentlichen Verkehrs die Fahrten durch Bregenz für Pkw-Fahrer nicht wirklich empfehlenswert zu machen. ##Anton Walser##

Mit einer Entlastung im Großraum Bregenz ist zu rechnen.

Christian Rankl, Verkehrsplaner