Badeunfälle: Ein Herzinfarkt und zwei Lebensrettungen

Vorarlberg / 22.07.2013 • 22:48 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Im Harder Binnenbecken kam es gestern zu einem Notfall auf einem Segelboot. Foto: öwr
Im Harder Binnenbecken kam es gestern zu einem Notfall auf einem Segelboot. Foto: öwr

Pensionist (71) erlitt in Hard tödlichen Herz­infarkt – Zwei Mädchen aus Lebensgefahr gerettet.

feldkirch. (VN-mef) Es war eines der wärmsten Wochenenden dieses Jahres, und viele Menschen suchten in Vorarlbergs Freibädern, Flüssen oder Seen Abkühlung. Für einen 71 Jahre alten Schweizer hat das Badevergnügen am Sonntag allerdings tödlich geendet. Während des Schwimmens am FKK-Strand in Hard erlitt der Senior einen Herz­infarkt. Badegäste kamen dem Mann zu Hilfe und hielten ihn an der Wasseroberfläche, ein Rettungsschwimmer zog den 71-Jährigen aus dem Wasser. Die Reanimationsmaßnahmen blieben jedoch erfolglos.

Während für den Schweizer jede Hilfe zu spät kam, konnten junge Rettungsschwimmer am Wochenende zwei Mädchen das Leben retten. In Hard bewahrte Veronika Künz ein viereinhalb Jahre altes Mädchen vor dem Ertrinken. „Die Kleine zappelte unter Wasser und hatte keine Schwimmflügel an, als ich sie entdeckte“, berichtet die 22-Jährige, die am Wochenende im Dienst der Wasserrettung stand. Die Eltern hätten das Kind bereits seit zehn Minuten gesucht und seien natürlich überglücklich gewesen, als sie die Kleine, die unverletzt geblieben ist, in die Arme schließen konnten.

Am Kopf getroffen

Ebenfalls zu einer Personenrettung kam es am Sonntag im Strandbad Bregenz. Ein Kind sprang vom Steg in den Bodensee und traf dabei den Kopf eines Mädchens. Die Elfjährige war benommen und konnte sich am Balken des Stegs festhalten. „Zwei junge Rettungsschwimmer wurden auf das Mädchen aufmerksam und sprangen ins Wasser, um Hilfe zu leisten“, erzählt Wasserrettungs-Geschäftsführer Sebastian Hellbock. Mit dem Gurtretter sei das Mädchen ans Ufer gebracht und dann der Rettung übergeben worden.

Weiters leisteten die ehrenamtlichen Wasserretter am Wochenende in den Freibädern Erste Hilfe bei einem epileptischen Anfall, einer Schulterluxation und versorgten etliche Platz- und Schürfwunden.

Gestern früh wurde die Wasserrettung zu einem ­Notfall auf einem Segelboot gerufen. Ein 74-jähriger Mann war mit seiner Partnerin auf seinem Segelboot im Harder Binnenbecken unterwegs. Als die Rettungsboote der Wasserrettung eintrafen, sei der Mann bereits stark benommen gewesen und es sei daher sofort Erste Hilfe geleistet worden. Der Notarzthubschrauber landete am Ufer. Der Senior wurde auf dem Wasserrettungsboot behandelt und dann mit
dem Hubschrauber ins ­Krankenhaus geflogen. Die Begleiterin und das Boot wurden von der ÖWR-Bootsmannschaft in den Hafen gebracht.

Durchschnittliche Unfallsaison

„Trotz der Häufung der Unfälle am vergangenen Wochenende ist die bisherige Saison aus unserer Sicht als durchschnittlich zu bezeichnen“, sagt Hellbock. Durchschnittlich sterben in Österreich jährlich 80 Menschen an den Folgen eines Badeunfalls. Neben Kindern sind vor allem Senioren stark gefährdet. Oft werde die körperliche Anstrengung, die das Schwimmen im kühlen Nass mit sich bringt, stark unterschätzt. „Das Herz-Kreislauf-System wird durch die Abkühlung nach der Hitze besonders beansprucht. Die Belastung einer Vielzahl von Muskeln während des Schwimmens lässt einen ungeübten Schwimmer rasch außer Atem kommen“, warnt Hellbock und fügt hinzu: „Ist man dann bereits weiter weg vom Ufer und kann sich nicht irgendwo kurz festhalten oder aufstehen, wird es gefährlich.“

Die Wasserrettung empfiehlt deshalb, unbedingt die Baderegeln einzuhalten. Wer Zeuge eines Unfalls wird, sollte sofort den Notruf 144 wählen und Hilfe anfordern sowie in der Folge Erste Hilfe leisten. Kurse dazu bietet die Wasserrettung an.

Oft wird die Anstrengung, die das Schwim-men im kühlen Nass mit sich bringt, unterschätzt.

sebastian hellbock

Baderegeln

» Nie mit vollem oder ganz leerem Magen schwimmen! – Nach üppigem Essen zwei Stunden warten. Alkohol meiden.

» Nie überhitzt ins Wasser springen! – Der Körper braucht Anpassungszeit.

» Nicht in trübe oder unbekannte Gewässer springen! – Unbekanntes kann Gefahren bergen.

» Kleine Kinder nie unbeaufsichtigt am Wasser lassen! – Sie kennen keine Gefahren.

» Luftmatratzen und Schwimmhilfen gehören nicht ins tiefe Wasser! – Sie bieten keine Sicherheit.

» Lange Strecken nie alleine schwimmen! – Auch der besttrainierte Körper kann eine Schwäche erleiden.

Weitere Sicherheitstipps und Infos zu Kursen gibt’s auf der Website der Wasserrettung (v.owr.at).