Die Quälgeister haben Hochsaison

Vorarlberg / 06.08.2013 • 18:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sie schauen furchterregend aus, sind aber für Menschen eigentlich nützlich, weil sie Wespen fressen: Hornissen. Foto: Inatura
Sie schauen furchterregend aus, sind aber für Menschen eigentlich nützlich, weil sie Wespen fressen: Hornissen. Foto: Inatura

Wespen, Mücken, Fliegen, Bremsen: Sie alle können die Sommerfreuden trüben.

Dornbirn. (VN-hk) Noch sind sie nicht wirklich da. Aber bald! Und dann werden sie wohl wieder vielen menschlichen Zeitgenossen mächtig auf den Wecker gehen. Die Rede ist von den Wespen. Die gelbgestreiften Störenfriede werden sich in Tafelrunden mischen, süße Lebensmittel beschlagnahmen und für Nervosität bei den im Freien Sitzenden sorgen. „Das Wetter ist so, dass sie bald in großer Zahl auftreten werden“, prognostiziert Klaus Zimmermann (54), wissenschaftlicher Berater bei der inatura in Dornbirn.

„Sobald das Obst reif wird, beginnt ihre Saison. Sie fanden heuer beste Rahmenbedingungen für die Vermehrung vor“, ergänzt der Biologe. Gefährlich können Wespen für Allergiker werden. Bei denen hat ein Stich im schlimmsten Fall sogar tödliche Folgen.

Nicht zu fürchten braucht man sich vor Hornissen. Erstens ist ihr Stich nicht gefährlicher als jener einer Wespe. Und zweitens kommen sie mit Menschen viel weniger in Berührung. „Weil sie nur auf extrem süße Dinge stehen. Das, was an Süßem gewöhnlich auf dem Tisch liegt, ist den Hornissen viel zu wenig süß“, klärt Klaus Zimmermann auf. „Hornissen ums Haus sind für die Bewohner in den meisten Fällen sogar gut. Es kann also durchaus vorkommen, dass ein Hornissennest in unmittelbarer Nähe eines Hauses dafür sorgt, dass die Menschen von den viel lästigeren Wespen verschont bleiben“, sieht Zimmermann viel Positives an den wohl furchterregend – weil groß – aussehenden Hautflüglern. Der Grund dafür ist einfach: Hornissen fressen gerne Wespen. Und das in Massen.

Nur eines sollten Menschen nicht machen: „Erschütterungen in der Nähe eines Nests auslösen. Das kann sie wild machen“, warnt Zimmermann.

Gefahr bei Dämmerung

Wild werden hingegen viele Menschen, wenn sie mit Mücken in Kontakt kommen. Wobei der Kontakt von Letzteren ausgeht. „Vor allem in der Dämmerung können sie zu einer echten Plage werden“, weiß Experte Zimmermann. Immerhin liegt das Mückenaufkommen in Vorarlberg unter jenem der östlichen Bundesländer, wo die Überschwemmungen für eine echte Gelsenplage gesorgt haben.

Die lästigen Fliegen

Überdurchschnittlich stark präsent sind heuer die Bremsen. Sie halten sich bevorzugt in der Nähe von Gewässern auf und lieben heißes und schwüles Wetter. „Ihre Stiche schmerzen besonders“, warnt der inatura-Fachberater. Keine Schmerzen verursachen die Fliegen. Aber sie sind lästig und nicht ganz ungefährlich. „Dies deswegen, weil sie sich im Kot genauso niederlassen wie auf Lebensmitteln. Daher können sie Krankheitserreger übertragen.“

Ganz lästig sind sie für Freiluftsportler, die zum Schwitzen kommen. „Schweiß zieht sie an. Und wenn man einmal ein paar um sich hat, dann wird man sie nicht mehr los. Das weiß jeder, der diese Erfahrung schon einmal gemacht hat“, erläutert der Experte.

Bremsen stechen gerne nah am Wasser. Foto: inatura
Bremsen stechen gerne nah am Wasser. Foto: inatura
Während der Dämmerung unerträglich: Gelsen. Foto: APA
Während der Dämmerung unerträglich: Gelsen. Foto: APA
Lästig und Hygieneschädlinge: Fliegen. Foto: Inatura
Lästig und Hygieneschädlinge: Fliegen. Foto: Inatura