Extrem-Wetter sorgt für Schäden in Millionenhöhe

Vorarlberg / 06.08.2013 • 18:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
WasserWasserquellen versiegen. Wasser muss auf Hochalpen zugeführt werden, was zu einem enormen Mehraufwand führt .
Wasser
Wasserquellen versiegen. Wasser muss auf Hochalpen zugeführt werden, was zu einem enormen Mehraufwand führt .

Hitze, Trockenheit und Hagel setzen der Landwirtschaft zu. Hoffen auf Normalisierung.

Schwarzach. 2013 ist kein gutes Jahr in der Landwirtschaft. Die Wetter-Extreme machen den Bauern arg zu schaffen. Betroffen sind die meisten Regionen Österreichs – der Osten deutlich stärker als der Westen. Mit „Hunderten Millionen Euro“ bezifferte Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich gestern die Schäden alleine durch Dürre. In der kommenden Woche solle im Ministerrat ein Hilfspaket für Landwirte behandelt werden.

Schäden hat auch Vorarlbergs Landwirtschaft zu beklagen. Wenn auch nicht im gleichen Ausmaß wie in anderen Bundesländern, so Kammer-Präsident Josef Moosbrugger. Die extreme Nässe zu Beginn des Sommers und die aktuelle Trockenheit führe zu Ernteausfällen. „Die Wasserversorgung in der Alpwirtschaft ist zum Teil schon problematisch. Die Quellen bringen nicht mehr die Mengen an Wasser, die es für die Tränken braucht.“ So muss das Wasser mühsam auf die Alpen gebracht werden. Das sorge für einen erheblichen Mehraufwand.

Ein Minus von 20 bis 25 Prozent

Konkreter sind die Schäden im Gemüse- und Obstbau. „Hier haben wir auch in Vorarlberg erhebliche Ernteausfälle“, so Moosbrugger, der das Ertragsminus gegenüber den VN mit 20 bis 25 Prozent beziffert.

Knapp werden könnten auch Futtermittel für die Viehhaltung. „Die ersten beiden Schnitte im Frühjahr waren noch gut. Wenn jetzt wieder Wasser kommt, kommen wir mit einem blauen Auge davon“, beschreibt Moosbrugger die Lage in Vorarlberg. Österreichweit sind allerdings bereits Futtermittelankaufsaktionen im Gespräch, um den Bauern zu helfen.

Unterstützung brauchen viele Landwirte zwischen Göfis und Bludesch. Hagel hat in der Nacht auf gestern große Schäden angerichtet. „Der Hagel ist in Verbindung mit starkem Sturm niedergegangen. Der Gesamtschaden alleine in der Landwirtschaft liegt bei rund 90.000 Euro“, so Richard Simma, Landes­leiter der österreichischen Hagelversicherung.

Noch ist unklar, welche Auswirkungen die Probleme in der Landwirtschaft auf die Konsumenten haben werden. Die Versorgungslage sieht Nicole Berkmann, Unternehmenssprecherin von Spar Österreich, im VN-Gespräch „als derzeit unproblematisch“. Bei einzelnen Tomatensorten könnte es zu Engpässen kommen. Bei Kartoffeln müsse man noch abwarten. Und auch was die Preisentwicklung anbelangt, könne man noch keine Aussage treffen. „Das muss man sicher von Fall zu Fall gründlich anschauen“, so Berkmann.

FuttermittelFutterpflanzen wachsen langsam. Futtermittel müssen zugekauft werden.
Futtermittel
Futterpflanzen wachsen langsam. Futtermittel müssen zugekauft werden.
ErnteausfallHohe Ernteausfälle im Gemüse- und Obstbau. Das Minus beläuft sich auch in Vorarlberg auf bis zu 25 Prozent.
Ernteausfall
Hohe Ernteausfälle im Gemüse- und Obstbau. Das Minus beläuft sich auch in Vorarlberg auf bis zu 25 Prozent.
HagelAlleine in der Nacht auf gestern hat Hagel im Bereich Göfis bis Bludesch Schäden in der Höhe von 90.000 Euro angerichtet.
Hagel
Alleine in der Nacht auf gestern hat Hagel im Bereich Göfis bis Bludesch Schäden in der Höhe von 90.000 Euro angerichtet.