Dorfbahn steht und fällt mit Betten

Vorarlberg / 07.08.2013 • 18:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dorfbahn steht und fällt mit Betten

400 bis 500 davon brauchen die Skilifte Schröcken, um das Projekt wirtschaftlich stemmen zu können.

Schröcken. (VN-ger) Baubeginn 2014? „Das ist mittlerweile absolut illusorisch“, sagt Klaus Wiethüchter, Geschäftsführer der Skilifte Schröcken. „Wir können die Bahn nur dann wirtschaftlich stemmen, wenn im Dorf 400 bis 500 Betten dazukommen. Dieses Thema gilt es für die Gemeinde zu lösen.“

Mit der Dorfbahn, die bereits in den 50er- und 60er-Jahren im Gespräch war, soll das Schröckener Ortszentrum direkt an das Skigebiet Warth-Schröcken angebunden werden. Seit rund zehn Jahren wird das Projekt – eine Kabinen-Umlaufbahn von der Talstation im Dorf bis zum Falkenkopf – wieder intensiv bearbeitet. Für Bürgermeister Herbert Schwarzmann ist der Bau der Bahn eine absolute Notwendigkeit, um die Zukunft der Gemeinde zu sichern. „Wir sind ständig am Kämpfen, damit wir die Betten mit diversen Projektbetreibern herbekommen“, bringt das Gemeindeoberhaupt den Stand der Dinge auf den Punkt.

Zwei Großprojekte

Hohe Erwartungen ruhen in Schröcken insbesondere auf zwei größeren Vorhaben. So soll im Ortsteil Nesslegg die „Alpenresidenz Falkenkopf“ mit 70 Appartements, Restaurant und Wellnessbereich entstehen. „Da wird es im Herbst nochmals zur Bauverhandlung kommen“, hofft Schwarzmann, dass die Betreiber das Vorhaben schließlich auf die Füße gestellt bekommen. Optimistisch stimmt ihn jedenfalls die Tatsache, dass es durch den im Bau befindlichen Auenfeldjet zwischen Lech und Warth-Schröcken leichter geworden sei, an Geldgeber zu kommen.

Pläne geschmiedet werden außerdem auf dem Mohnenfluh-Areal unter dem Arbeitstitel „Maisäßdorf“. „Wir sind derzeit mit den ­Architekten in der Vorplanung. Die ­In­vestoren wollen etwas ­sehen“, erläutert Elmar Simma, geschäftsführender Gesellschafter der Grundstückseigentümergesellschaft.

Ebenso hätten Gespräche mit einem Hotelbetreiber aus Vorarlberg stattgefunden, der in der Region mehrere Hotels hat. Mit einem Baustart rechnet Simma frühestens 2015 – „sofern nicht neue Hürden auftauchen“, betont er. Der Anlage zugrunde liegen soll ein Maisonette-Konzept mit rund 200 Zimmern, bei dem die Häuser in Gruppen zu Höfen angeordnet werden. „Wir orientieren uns dabei an der neuen Tourismusstrategie des Landes“, bekräftigt Elmar Simma.

Verfahren getrennt

Trotz der noch fehlenden Betten wollen die Skilifte Schröcken nicht untätig bleiben und die Verfahren über die Bühne bringen. Nicht abgeschlossen ist jenes nach dem Raumplanungsgesetz. „Wenn die Stellungnahmen vom Land und von Naturschutzanwältin Katharina Lins vorliegen, dann kann die BH Bregenz einen Bescheid erlassen“, führt Wiethüchter aus. Eventuell früher begonnen werden könnte mit den Vorbereitungen für die Dorfabfahrt. Das Projekt wurde nunmehr einzeln zur Genehmigung nach dem Gesetz über Naturschutz und Landschaftsentwicklung bei der Bezirkshauptmannschaft eingereicht.

Wir sind ständig am Kämpfen, damit wir die Betten mit diversen Projektbetreibern herbekommen.

Bgm. Herbert Schwarzmann