Schranken bleiben vorerst erhalten

Vorarlberg / 07.08.2013 • 20:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Am stürmischen Informationstag auf der Pipeline haben 275 Bürger unterschrieben. Foto: VN/Stiplovsek

Am stürmischen Informationstag auf der Pipeline haben 275 Bürger unterschrieben. Foto: VN/Stiplovsek

Hunderte Bürger unterschrieben für weiterhin ungehinderten Zugang zur Pipeline.

Bregenz. (VN-tm) Die Absicht der ÖBB, drei Bahnübergänge entlang der Pipeline zwischen Lochau und Bregenz aufzulassen und durch eine einzige neue Schrankenanlage zu ersetzen, scheitert am Widerstand von Gemeinden und Bürgern. Seit dem 28. Juli kursieren Unterschriftenlisten in der Landeshauptstadt, die von der Genossenschaft „mehramsee“ in Umlauf gebracht wurden. Noch an dem überaus stürmischen letzten Juli-Sonntag unterschrieben 275 Bürgerinnen und Bürger die Petition. „Inzwischen dürften es an die 500 sein“, bestätigt Initiator Pius Schlachter. Das Kernanliegen von „mehramsee“, die Bahn entlang dem österreichischen Bodenseeufer unter die Erde zu verlegen, haben bislang 169 Menschen unterstützt, indem sie zusammen 940 Anteile an der Genossenschaft gezeichnet haben.

„Die mitteleuropäische Eisenbahnpolitik, die für den gerade einmal 2,8 Kilometer langen Streckenabschnitt vermutlich nur ein müdes Lächeln übrig hat, hat es sicher nicht darauf abgesehen, die Tausenden Besucher eines Naherholungsgebiets zu brüskieren.“ Und tatsächlich haben die starren Haltungen der betroffenen Kommunen und ihrer Bürger das Projekt zu Fall gebracht.

Den Kopf geschüttelt

Der Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart betont, dass sich an der ablehnenden Haltung der Stadt kein Jota verändert habe. „Wir haben das von Beginn an kategorisch abgelehnt.“ Darüber gibt es auch einen Stadtratsbeschluss. Er selber, sagt Linhart, habe nur den Kopf schütteln können: „Das fällt nur jemandem ein, der nicht ortskundig ist.“ Füe Lochau stellte Vizebürgermeister Michael Simma gestern den VN eine abschlägige Stellungnahme ans Land in Aussicht.

Damit dürfte es das gewesen sein. Seitens der ÖBB wiederum betonte Pressesprecher Christoph Posch, dass man sich „ganz sicher nicht über einen bestehenden Stadtratsbeschluss hinwegsetzen“ werde: „Wir brauchen ja die Gemeinden als Partner.“

Ganz anders sieht es im Bregenzer Vorkloster aus. Dort wollen die ÖBB die bestehende Schrankenanlage durch eine Rad- und Fußwegunterführung ersetzen. Autofahrer sollen über die Brücke beim Finanzamt oder die Unterführung an der Reutegasse ausweichen. Und da zeigt sich Bürgermeister Linhart gesprächsbereit. „Diese Idee werden wir im Rahmen des Generalverkehrskonzepts diskutieren.“ Auf diese Weise die verstopfte Vorklostergasse dauerhaft vom Verkehrschaos zu erlösen, ist dem Stadtchef symapthisch.

Das kann wirklich nur jemandem einfallen, der ortsfremd ist.

Markus Linhart
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