Suche nach „Nazi-Schatz“ im Lünersee

Vorarlberg / 07.08.2013 • 18:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Lünersee unterhalb der Schesaplana: Hier sollen KZ-Schergen am Ende des Zweiten Weltkriegs einen „Nazi-Schatz“ vergraben haben. Foto: viw/vkw
Der Lünersee unterhalb der Schesaplana: Hier sollen KZ-Schergen am Ende des Zweiten Weltkriegs einen „Nazi-Schatz“ vergraben haben. Foto: viw/vkw

Ein Team von Schatzsuchern aus den USA wird Ende dieses Monats am Lünersee erwartet.

Bregenz, Brand. (VN) An der Spitze des Teams steht US-Amerikaner Norman Scott, der mit seinem Unternehmen „Global Explorations“ in der Branche längst als Schatzsucher-Legende gilt. Der inzwischen 83-Jährige ist bereits seit Jahrzehnten hinter Schätzen her und hat vor rund vier Jahren beispielsweise bereits den Toplitzsee in der Steiermark mit modernster Technik nach etwaigen Schätzen buchstäblich unter die Lupe genommen – der Erfolg blieb allerdings aus.

15 Millionen Euro vergraben?

Erfolge konnte der Schatzsucher lediglich in der Karibik und anderen Teilen der Welt verbuchen. Diesmal hat Scott das Brandnertal im Auge. Im Bereich des auf 1970 Metern über dem Meeresspiegel liegenden Lünersees sollen KZ-Schergen in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in aller Eile vier Kisten vergraben haben. Deren Inhalt wird heutzutage auf 15 Millionen Euro geschätzt.

Die Geschichte vom Lünersee macht bereits seit Jahren die Runde. Ein zum Tode verurteilter SS-Offizier soll das „Geheimnis“ dem österreichischen Mediziner Wilhelm Gross während einer Behandlung anvertraut haben. Die Kisten mit „Dachau-Schätzen“ sollen im Spätfrühling 1945 im Bereich des Lünersees vergraben worden sein.

Scott bereits 2011 am Lünersee

In der Folge soll Gross die Geschichte dem in München stationierten US-Geheimdienstmann Edward G. Greger erzählt haben. Greger, der später sogar ein Buch darüber verfasst hat, soll damals geplant haben, mit Gross gemeinsame Sache zu machen und die Kisten auszugraben. Doch Gross, so heißt es heute, sei bald darauf „auf mysteriöse Art“ ums Leben gekommen. Die Chance, den Schatz heben zu können, war 1956 endgültig dahin: die Illwerke bauten einen Staudamm und fluteten die Gegend. Jetzt wurde der See wegen Instandsetzungsarbeiten fast zur Gänze abgelassen. Dies kommt Norman Scott, der sich bereits vor zwei Jahren am Lünersee umsah, freilich entgegen. „Wir haben dem Team die Genehmigung zum Graben erteilt – das Graben muss allerdings händisch erfolgen“, sagt Christof Burtscher von der Abteilung Kommunikation (viw/vkw). Burtscher geht davon aus, dass Scott & Co. „Ende August anrücken werden.“

Was seines Wissens allerdings noch fehlt, ist eine Bewilligung durch das Bundesdenkmalamt, meint Burtscher. Immerhin werde die Suche von einem Archäologen des Denkmalamtes begleitet, betont Burtscher. Und Falls Scott einen Schatz entdeckt? „Dann muss man sich damit beschäftigen – 50 Prozent des Gefundenen gehört grundsätzlich dem Grundbesitzer.“

Wir haben dem Team die Genehmigung zum Graben erteilt.

Christof Burtscher, VIW