Erfahrene Hilfe in Krisensituationen

Vorarlberg / 08.08.2013 • 20:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Krisenteam des Krankenhauses Dornbirn: Jürgen Mathis, Marlies Rinnhofer, Sabine Neumann, Erna Jochum, Gerda Eberle, Elisabeth Mayer, Margret Dünser und Christian Stranz (v. l.). Fotos: KH Dornbirn, VN/Hofmeister
Das Krisenteam des Krankenhauses Dornbirn: Jürgen Mathis, Marlies Rinnhofer, Sabine Neumann, Erna Jochum, Gerda Eberle, Elisabeth Mayer, Margret Dünser und Christian Stranz (v. l.). Fotos: KH Dornbirn, VN/Hofmeister

Seit fünf Jahren bilden acht Ehrenamtliche das Krisenteam am Krankenhaus Dornbirn.

Dornbirn. (VN-zud) „Wir brauchen nicht viele Fälle, um unsere Existenz zu rechtfertigen“, stellt Margret Dünser klar. Sie spricht über das Krisenteam des Krankenhauses Dornbirn. Acht Ehrenamtliche umfasst das Team, das in den Nächten und an den Wochenenden bei nicht vorhersehbaren akuten Krisensituationen auf Abruf bereitsteht. Unter ihnen sind neben Dünser vom Psychosozialen Dienst des Krankenhauses auch Seelsorger, Hospizbegleiter und der Hatlerdorfer Pfarrer.

Doch was sind die Aufgaben des Krisenteams? „Wir sind wie eine Feuerwehr, die ausrückt, wenn es brennt“, zieht Dünser einen Vergleich. Die Krisenhelfer werden vom Pflegepersonal oder den Ärzten des Krankenhauses alarmiert, wenn sie Unterstützung benötigen. Denn nicht nur Patienten oder Unfallopfer brauchen Hilfe. Menschen – meist die Angehörigen der Patienten –, die mit Unglücksfällen oder dem Tod konfrontiert werden, können in eine akute Krisensituation geraten. Hier leisten die Ehrenamtlichen qualifizierte Hilfe und bieten emotionale und soziale Unterstützung. „Wir begegnen den Menschen mit viel Ruhe“, erklärt die evangelische Theologin Sabine Neumann. „Oft reicht es schon aus, den Betroffenen in ihrer Situation zur Seite zu stehen und sie zu begleiten“, ergänzt Dünser.

Rund fünf Einsätze pro Jahr verzeichnet das Krisenteam. Kommt es in der Nacht oder an den Wochenenden zu einem Krisenfall, wird einer der Helfer alarmiert. Die Krisenhelfer bringen nicht nur die notwendigen Qualifikationen für diese Aufgabe mit, sondern haben auch einen direkten Bezug zum Krankenhaus. „Dadurch wird das Ganze viel persönlicher, und ich habe das Gefühl, dass die Betroffenen das auch merken“, so Neumann. Das eigene Empfinden wird bei Einsätzen zurückgesteckt. Doch die Betroffenheit bleibt. „Und das ist auch gut so“, sind sich die beiden einig, schließlich seien sie keine Roboter.

Ins Leben gerufen wurde das Krisenteam vor fünf Jahren als ein auf ein Jahr befristetes Projekt in zwei Abteilungen. In der Zwischenzeit wurde es auf das ganze Krankenhaus ausgeweitet und hat sich zu einer wichtigen Institution entwickelt, die vorarlbergweit einzigartig ist. „Das zeigt, dass für die Betreuung des Menschen abseits der medizinischen Versorgung viel Raum geboten wird“, meint Krisenhelferin Neumann abschließend.

Wir brauchen nicht viele Fälle, um unsere Existenz zu rechtfertigen.

Margret Dünser, Krankenhaus