Tunnel am Diedamskopf steht auf dem Prüfstand

Vorarlberg / 08.08.2013 • 18:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Tunnel am Diedamskopf steht auf dem Prüfstand

Finanzier- und Machbarkeit werden untersucht – Entscheidung soll noch heuer fallen.

Schoppernau. Vor knapp drei Jahren hat die Präsentation des „Zukunftkonzepts Diedamskopf 2015“ für Aufsehen gesorgt. Eine „Ganzjahres-Gipfelattraktion“, die als Tunnelsystem mit Kavernen und Aussichtsplattformen auf der Bergspitze der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, hatte für Schlagzeilen gesorgt. Seither ist es um die spektakulären Pläne ruhig geworden. Begraben sind sie freilich nicht, wie der neue Geschäftsführer der Diedamskopf Alpin Tourismus GmbH, Eugen Nigsch, gegenüber den VN bestätigt. „Da ist nichts ad acta gelegt. Wir prüfen derzeit alles auf Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit“, so der Seilbahnchef weiter.

Die Pläne im Detail: Von der Bergstation in 2000 Metern Höhe führt der Weg über eine Rampe in ein Tunnelsystem mit drei Aussichtsplattformen, die wahlweise einen Blick auf die Kanisfluh, bis an den Bodensee oder in die Allgäuer Alpen ermöglichen. Im Berginneren könnte ein richtiges Veranstaltungszentrum entstehen. In den Kavernen würden bis zu 300 Menschen Platz finden. Konzerte, Ausstellungen und Ähnliches könnten hier stattfinden. Das Projekt basiert auf Plänen des Stararchitekten Dietmar Eberle. Die Kosten wurden ursprünglich mit 15 bis 20 Millionen Euro beziffert. Von Behörden und Naturschutz war kein Aufschrei der Entrüstung zu hören.

Zeitplan wird festgelegt

Der Tunnel am Gipfel ist eine von mehreren Überlegungen des Zukunftskonzepts. Bis in den Herbst werde man einen genaueren Zeitplan festlegen. „Dann wissen wir, wohin die Reise gehen wird“, so Nigsch.

„Offener Prozess“

Bis dahin würden eine Vielzahl von Themen geprüft. Nigsch spricht von einem offenen Prozess. Auch seien aktuell noch keine Budget-Zahlen definiert. „Wenn wir wissen, was wir machen wollen, wird auch eine Investitionssumme feststehen.“ 2013 ist am Diedamskopf ein Übergangsjahr. Erste Maßnahmen werden frühestens 2014 getroffen.

Ein Ganzjahresangebot hat für Nigsch jedenfalls große Bedeutung. „Es geht konkret um Projekte, die man ganzjährig nutzen und zugänglich machen kann.“

Den Hauptfokus haben die Bergbahnen allerdings auf das Kerngeschäft, den Wintersport, gerichtet. Das Zukunftskonzept sieht dazu den Ausbau der Beschneiung vor. So könnte ein 150.000 Kubikmeter Wasser fassender Beschneiungsteich auf der Alpe Oberdiedams für Schneesicherheit sorgen. „Es gibt fertige Projektunterlagen“, bestätigt Nigsch. Diese würden auf Herz und Nieren geprüft. Ziel sei eine 100-prozentige Schneesicherheit auf allen Pisten. „Auch hier müssen wir schauen, was machbar und finanzierbar ist.“

Weitere Schwerpunkte der Überlegungen betreffen einen Wanderpark, Kinder­erlebnis-Einrichtungen und eine Qualitätsoffensive. Dass am Diedamskopf etwas passieren werde, davon könne man jedenfalls ausgehen, so der neue Geschäftsführer weiter.

Wir prüfen, ob das Projekt machbar und finanzierbar ist.

Eugen Nigsch, Geschäftsführer