Jeder Augenblick ein Dankeschön

Vorarlberg / 09.08.2013 • 17:46 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
„Wir haben ein schönes Leben und unsere Liebe ist unser Lebenselixier.“
„Wir haben ein schönes Leben und unsere Liebe ist unser Lebenselixier.“

Dornbirn. Auf 60 erlebnisreiche und glücksvolle Ehejahre blicken Maria geb. Tiefenthaler und Norbert Kräutler zurück. Heute feiern sie diesen außergewöhnlichen Tag im Kreise der Familie – mit einem Gottesdienst in der Karl-Lampert-Kapelle mit Pfarrer Otto Feurstein und anschließend im Hotel „Hirschen“.

Maria erblickte 1930 das Licht der Welt und erlebte schöne Jugendjahre. Nach der Grund- und Hauptschule besuchte sie die Handelsschule, die sie jedoch bald zwangsweise abbrechen musste. Nach dem „Pflichtjahr“ bei einem Bauern in Brederis führte sie den elterlichen Haushalt, da ihre Mutter erkrankte. Später war die Ramco-Zahntechnik in Liechtenstein ihr Arbeitgeber.

Norbert wurde 1927 in Vaduz geboren. Nach schöner Jugendzeit und Volksschule in Tisis besuchte er das Realgymnasium und trat der MKV Clunia bei. Aus der 6. Klasse zum Kriegsdienst verpflichtet, führten ihn Einsätze nach Italien und an die Westfront. Wohlbehalten zurückgekehrt beendete er 1948 das Gymnasium mit der Matura. Es folgten herrliche Studentenjahre in Innsbruck mit Philosophie­-Germanistik-Studium, der Mitgliedschaft bei der KOHV Leopoldina, schließlich dem Besuch der Abiturientenklasse an der HAK mit Maturaabschluss. 1950 musste er notgedrungen sein Studium abbrechen. Im Jänner 1951 begann Norbert Kräutler als Handelsangestellter bei der Firma Elastisana. Mit immer neuen Aufgabengebieten betraut, wurde er 1962 zum Direktor und 1972 zum Geschäftsführer für die Bereiche Verkauf, Werbung und PR ernannt. Seit 1987 genießt der Jubilar den wohlverdienten Ruhestand.

Verliebt, verlobt, verheiratet

Durch die Freundschaft mit Marias Bruder Otmar lernte Norbert 1950 Maria kennen. Die Liebe zu ihr war entbrannt, sein beharrliches Werben zeigte Erfolg. 1951 feierten sie Verlobung, nach zwei wundervollen Jahren ihre Hochzeit. Den Segen unserer Kirche erhielten sie am 12. August 1953 in der Saggenkapelle in Innsbruck. Aus finanziellen Gründen wurde im kleinen Kreis gefeiert, doch gönnte sich das Paar den „Luxus“ einer Hochzeitsreise nach Venedig, wo es wunderschöne Flittertage verbrachte, die bei Marias Tante in Wien ausklangen.

In Marias Elternhaus in Feldkirch-Levis richtete sich das Paar sein Nest ein. Darin fühlte sich über Jahresfrist Sohn Otmar wohl, ebenso in Zweijahresabständen die Töchter Angelika und Helene, und 1959 vervollständigte Markus die Familie. Alle vier kamen mit ­Hebammenhilfe und Assistenz von Papa ­Norbert zu Hause zur Welt – für die Eltern intensive Erlebnisse.

1959 erfolgte der Umzug nach Dornbirn Gerbergraben. Ein eigenes Haus war das nächste Ziel, das 1965 im Nesselweg erreicht wurde. Später war das Haus in Watzenegg der Familienmittelpunkt. Seit 1995 genießt das Paar die schöne Eigentumswohnung in der Rosenstraße.

Arbeit und Familie

„All die 37 Jahre für Mäser waren für mich geprägt von großem Engagement und totalem Einsatz, die ich nur mit der Frau an meiner Seite bewältigen konnte; Maria hielt mir den Rücken frei“, erinnert sich der Jubilar und schenkt seinem Schatz einen Iiebevollen Blick. Sie führte den Haushalt und kümmerte sich besonders um die heranwachsenden Kinder. Gemeinsam wurden Freizeitgestaltung, Familienfeste und Urlaube geplant. Jährlicher Höhepunkt war die „Geburtstagsfestwoche“ im Juni, beginnend am 6. Juni mit Marias Geburtstag und Norberts Namenstag und folgend die Geburtstage aller vier Kinder. Weitere bedeutende Ereignisse waren die Hochzeiten der Kinder, die dem Jubelpaar sieben Enkel schenkten, deren Werdegang von den Großeltern mit Interesse verfolgt wird. Der Familienanschluss des Philippinermädchens Sally und das „Sponsoring“ des Priesterstudenten Peter Hwang bereicherten jahrelang die Familie. Eine großartige Liebestat war die Nierenspende von Tochter Angelika an ihren Bruder Sohn Markus.

Ruhige Jahre

Heute, nach Marias Herz­erkrankung, stehen anstelle des Reisens tägliche Spaziergänge an der Ach. Die Pflege der Gesundheit und die Haushaltsarbeiten bewältigen sie gemeinsam. Norbert singt noch heute als Nestor mit Begeisterung beim Kirchenchor St. Martin. Er lernte mit 80 das „Computern“ und schrieb ein Buch „Meine Erinnerungen“.

Die Liebe zueinander ist mit den Jahren noch tiefer geworden, keines geht ohne einen Kuss (und Weihwasser) aus dem Haus. „Heute danken wir dem Herrgott für jeden geschenkten Tag, den wir miteinander erleben dürfen“, so das Jubelpaar.

Start der gemeinsamen Zukunft am 12. August 1953.
Start der gemeinsamen Zukunft am 12. August 1953.