Eine Wetterfee im beruflichen Hoch

Vorarlberg / 11.08.2013 • 18:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jetzt gibt es für Lisa Beck wieder mehr Niederschlag zu messen. Foto: VN/Paulitsch
Jetzt gibt es für Lisa Beck wieder mehr Niederschlag zu messen. Foto: VN/Paulitsch

Lisa Beck war schon als Kind vom Wetter fasziniert. Jetzt studiert sie Meteorologie.

Bregenz. (VN-mm) Die gute Nachricht zuerst: Das Wetterradar auf der Valluga funktioniert wieder. Aber zum Glück ist Lisa Beck nicht allein darauf angewiesen. Sie wird von verschiedenen Radarstationen mit Daten beliefert, aus denen sich schlussendlich die jeweiligen Prognosen ableiten lassen. „Am schwierigsten ist es, Gewitter vorherzusagen“, plaudert die junge Lindauerin, die in diesem Sommer die Wetterwarte in Bregenz personell verstärkt, aus dem Nähkästchen der Meteorologie.

Praxis kennenlernen

Lisa Beck studiert Wetterkunde in Innsbruck. „Weil ihr die Stadt so gut gefällt“, wie sie sagt. Und weil sie die Materie schon als Kind faszinierte. Besonders dann, wenn ein Gewitter über dem Bodensee aufzog. Dass Meteorologie auch ein Studienfach ist, wusste sie damals noch nicht. Die Gewitter über dem See kamen und gingen. Und erst nach dem Abitur wogte der Wunsch, in der Meteorologie tätig zu sein, wieder hoch. Mittlerweile hat Lisa Beck den Bachelor hinter und das letzte Masterjahr vor sich.

Dann halt putzen

Berufsnahe Ferialjobs, wie sie jetzt einen hat, waren in all der Zeit jedoch rar. „Eigentlich gab es keine“, sagt die 23-Jährige. Deshalb putzte sie oder machte sich anderweitig nützlich. Heuer klappte es dann endlich. Lisa Beck darf praktische Luft schnuppern und anwenden, was sie bereits gelernt hat. „Darüber bin ich schon froh“, sagt sie mit einem Lächeln auf dem hübschen Gesicht. Einen Arbeitsplatz über den Dächern von Bregenz gibt es allerdings nicht. Der Um- und Neubau des Gymnasiums Gallusstraße spülte auch die Wetterwarte in ein Containerdorf, das im Hof des Kapuzinerklosters steht.

Messstationen im Garten

Es ist ein Provisorium und es sieht auch so aus. Nur die sich ständig verändernden Wetterkarten auf den Bildschirmen bringen ein bisschen Farbe in das schmucklose Büro. Einen kleinen Hauch von Idylle vermittelt der Blick aus dem Fenster in den Klostergarten, wo die Messstationen aufgebaut sind. Hier ist Lisa Beck regelmäßig zugange. Um die Temperatur oder den Niederschlag zu messen. Dreimal am Tag stehen Wetter- und Klimabeobachtungen auf dem Dienstplan. Doch die Meteorologie ist trotz Technik mitunter immer noch eine etwas unsichere Angelegenheit. „Bis zu drei Tagen lassen sich die Wettervorhersagen ziemlich genau bestimmen“, sagt Beck. Den Wert gibt die Wetterfee mit 90 Prozent an. Weiter zurück wird es zunehmend schwieriger. Denn es gibt unberechenbare Einflüsse. So können beispielsweise sogar Insekten Daten verfälschen. Daraus ein Wetter zu brauen, ist die große Kunst. Lisa Beck arbeitet nach dem Motto: „Mir ist egal, wie das Wetter wird. Hauptsache meine Prognose stimmt.“ Wenn sie das tut, scheint der August ein unbeständiger Monat zu werden. Dank einer Kaltfront ist es vorläufig jedenfalls vorbei mit der großen Hitze. Die angehende Meteorologin indes hofft auf ein berufliches Hoch. Sie möchte im Bereich der Wetterprognose weitermachen, ist aber auch der Forschung zugeneigt. Was sie sich wünscht: „Selbst Daten auswerten zu können. Das wäre toll.“