Nur Preis schmilzt nicht

Vorarlberg / 11.08.2013 • 17:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Celine verkauft für ihren Chef Stefan Fußenegger am Eispavillon in Bregenz die süße Köstlichkeit. foto: vn/Paulitsch
Celine verkauft für ihren Chef Stefan Fußenegger am Eispavillon in
Bregenz die süße Köstlichkeit. foto: vn/Paulitsch

Über ein Euro pro Eiskugel: Die süße Gaumenerfrischung ist kein „Billigschlecken“ mehr.

Bregenz, Lustenau, Dornbirn. (VN-hk) Die Eisverkäufer im Land haben Hochsaison. Überall werden die Eisdielen gestürmt – schlechte Umsatztage waren in den letzten sechs Wochen die Ausnahme. Erdbeer, Vanille, Stracciatella, Zitrone, Tiramisu und vieles mehr locken an zahlreichen Verkaufsstellen, die Lust am genüsslichen Verzehr der kühl-süßen Köstlichkeit scheint ungebrochen. Allerdings: Wer viel Eis konsumiert, muss mittlerweile auch tief in die Tasche greifen. Zwischen einem Euro und einem Euro 20 Cent kostet durchschnittlich eine Kugel Eis. Wer als Familie mit mehreren Schleckermäulern im Schlepptau eine Eisdiele aufsucht, wird dort bald einmal etliche Euro los.

Bregenz wie Lustenau

Nicht wahr sind die Klischee-Meinungen, dass an prominenten Plätzen das Eisschlecken immer auch garantiert teurer ist. Beispiel Bregenz Seepromenade: Dort kostet die Kugel nicht mehr als etwa im Lustenauer Bella Venezia – einen Euro und zehn Cent. Nur ab der dritten Kugel wird es in Lustenau mit einem Euro billiger. Praktisch ident sind die Preise für Knuspertüten und Waffeln. Im Bella Venezia gibt’s die gewöhnliche Knuspertüte für 50 Cent, am See in Bregenz für 70 Cent. Dafür ist dort die Schoko-Nuss-Tüte mit 70 Cent um zehn Cent billiger.

Zehn Cent mehr

„Wir hatten seit der Einführung des Euro bis heuer mit einem Euro immer denselben Kugel-Preis. Erst jetzt haben wir es gewagt, um zehn Cent pro Kugel teurer zu werden“, erzählt Stefan Fußenegger (40) vom Eispavillon am See. „Wir sind damit nicht teurer als das Dolce Vita in Hohen­ems, von wo wir unsere Produkte beziehen“, betont Fußenegger – und spricht damit eine weitere Gemeinsamkeit mit dem Kollegen aus Lustenau an. Denn auch Pero Lucic (27), der jetzt seit fünf Jahren die Eisdiele in der Lustenauer Kapellenstraße führt, bezieht sein Eis vom „Dolce Vita“ aus Hohenems, das der Vorarlberger Wirtevertreter Andrew Nussbaumer sein eigen nennt. „Wir mussten letztes Jahr während der Saison eine Preiserhöhung seitens des Lieferanten hinnehmen, haben aber unsere Eispreise nicht erhöht. Heuer erst sind wir um zehn Cent pro Kugel hinaufgegangen“, erklärt Lucic seine Preisgestaltung.

Günstiger „Mister Eis“

Billiger als seine Kollegen aus Bregenz und Lustenau ist „Mister Eis“ in Dornbirn, Claudio Sanson (50). Der Italiener, der vor einem Jahr aus Kempten kam, um die Eisdiele zu übernehmen, verlangt pro Kugel seines selbst produzierten Eises exakt einen Euro. „Ich habe diesen Preis von meinem Vorgänger übernommen. Ich konnte ja nicht kommen und sofort teurer werden“, argumentiert der Mann aus Venedig, der die Eisdiele als Familienunternehmen führt. Mit dem heurigen Jahr kann er wie all die anderen Eisverkäufer zufrieden sein.

Die Menschen können den köstlichen Versuchungen in den Vitrinen ohnehin nicht widerstehen. Auch wenn das Eis pro Kugel sogar 1 Euro 20 und mehr kostet. In einem heißen Sommer wie diesem ist das egal.