Pärchen vergnügte sich öffentlich beim Liebesspiel

Vorarlberg / 11.08.2013 • 21:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

800 Euro Strafe setzte es für ein Pärchen, das sich vor Hunderten Zuschauern beim Liebesspiel vergnügte.

Bregenz. (gs) Der 35-jährige Sittenstrolch scheint zum treuen Klientel der Gerichtsbarkeit zu zählen. Auf die Frage von Richter Christian Röthlin, an wie viele Vorstrafen er sich denn erinnere, zuckte er mit den Schultern: „Ich glaube so ungefähr sechzehn.“ Doch der Vorsitzende korrigierte: „Nein, ich sehe hier nur zwölf, da sind Sie ja noch super dran.“ Der Beschuldigte quittierte das mit einem erleichterten Lächeln.

Adamskostüm

Zum Tatworwurf: Es war Sommer. Im Adamskostüm ließ sich der Bregenzer am Bregenzer Molo von einer Frau im Evaskostüm per Oralverkehr „verwöhnen“. Vor Hunderten Zuschauern, am helllichten Tag. Der Angeklagte hingegen sah das anders: „Wir haben vorher etwas gefeiert. Ich war ziemlich betrunken und eingeschlafen. Als ich aufwachte, hatte ich noch das T-Shirt an. Die Hose war bis zum Knie hinuntergezogen. Und sie in voller Aktion. Erst auf Aufforderung der Polizei hat sie damit aufgehört.“ Das war gelogen. Zu seinem Pech hatte nämlich ein Zuschauer das Schauspiel fotografiert – und das Bild auf Facebook gestellt. Der Richter hielt ihm das Foto vor die Nase mit den Worten: „Hier sehen Sie aber ziemlich nackt und wach aus. Auch recht vergnügt.“

Zweitbeschuldigte abwesend

Der Beschuldigte gab sich erstaunt, meinte dann aber resigniert: „Naja, wenn’s ein Foto davon gibt, wird es schon so gewesen sein.“ Grundsätzlich wisse er aber gar nichts mehr von dem Vorfall. Nicht einmal davon, dass er von der Polizei vernommen worden sei. Fehlte nur noch die Zweitbeschuldigte als Zeugin. Doch die war unauffindbar. Auch der Bregenzer konnte hier nicht weiterhelfen. „Habe nur gehört, dass sie inzwischen in Serbien sei“, behauptete er. Ansonsten hätte er mit der Frau nie was zu tun gehabt. „Wir haben zuvor nie Sex miteinander gehabt. Auch sonst kein Verhältnis. Sie war nur eine Bekannte, und damals selbst alkoholisiert“, beteuerte er. Dem Richter blieb nun nichts anderes übrig, als die Verdächtige in Abwesenheit zu verurteilen.

Es blieb bei einer Geldstrafe: 400 Euro für Mann und Frau pro Nase wegen sexueller Handlungen in der Öffentlichkeit. Mit den Worten „Es tut mir leid, was passiert ist“ nahm der Verurteilte die richterliche Entscheidung an.