Schlachthof soll verpachtet werden

Vorarlberg / 11.08.2013 • 18:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
1992 wurde der städtische Schlachthof neu eröffnet. Foto: stiplovsek
1992 wurde der städtische Schlachthof neu eröffnet. Foto: stiplovsek

Verhandlungen mit möglichen Pächtern
in der Endphase –
Im September soll die Entscheidung fallen.

Dornbirn. (ha) Die Stadt Dornbirn ist nicht mehr gewillt, den hohen Abgang des städtischen Schlachthofs zu tragen. Im Frühjahr wurde die Einrichtung deshalb zur Verpachtung ausgeschrieben. Ob es dazu kommt oder ein neues Betriebsmodell erarbeitet wird, hängt von den derzeit laufenden Detailverhandlungen ab. Nächsten Monat soll eine Entscheidung fallen.

„Ja, es gibt Interessenten aus dem In- und Ausland“, sagt Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger, als Mitglied der Dornbirner Stadtregierung auch zuständig für den Schlachthof. Gegessen ist die Sache allerdings noch nicht, denn verpachtet wird nur dann, wenn die Bedingungen passen. „Ein Pächter will Gewinne machen“, hat Moosbrugger Verständnis für Wünsche der Interessenten. Wie dies möglich sein wird, ist derzeit Thema der Verhandlungen. Dabei geht es auch darum, ob ein neuer Betreiber als Händler auftritt und das Fleisch selbst vermarktet. So wie es kleinere Schlachtbetriebe in anderen Landesteilen erfolgreich praktizieren.

„Mit wie derzeit zwei Schlachttagen pro Woche ist sicher kein Geschäft zu machen“, weiß Moosbrugger. Das zeigt die neueste Abrechnung: Allein für dieses Jahr muss die Stadt als Betreiberin rund 245.000 Euro locker machen, um das Defizit abzudecken. Und in den nächsten Jahren stehen außerdem kräftige Investitionen in den Umbau der Kühlanlagen oder die Steuerung des Schlachtbandes an. Die Rede ist von 350.000 Euro.

Stichtag im September

Im September sollen die Verhandlungen mit Pachtinteressenten abgeschlossen sein. Wenn es zu keiner Einigung kommt, werden sich die Dornbirner mit dem Land an einen Tisch setzen müssen, um nach einem Ausweg zu suchen. Als Alternative zu einer Verpachtung kann sich Moosbrugger eine Betreibergesellschaft mit Partnern aus Vorarlberg vorstellen. Eine ersatzlose Schließung des Schlachthofs kommt für den obersten Bauernvertreter jedenfalls nicht infrage: „Für mich hat die Weiterführung im Sinne der Regionalität der Landwirtschaft oberste Priorität.“

Der Schlachthof hat schon bessere Zeiten gesehen. Vor zwölf Jahren belief sich der Abgang noch auf 29.000 Euro. Dass seit einigen Jahren tiefrote Zahlen geschrieben werden, hängt unter anderem mit dem dramatischen Rückgang der Schlachtzahlen zusammen, zurückzuführen auf Betriebsschließungen und Schlachtungen außerhalb des Landes.