Ein Bahn-Trampelpfad soll kommen

Vorarlberg / 13.08.2013 • 18:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein Bahn-Trampelpfad soll kommen

Kennelbach bis Doren: Weil sich ein Verein bereits um den Erhalt der Trasse kümmert, hagelte es drei Anzeigen.

Doren, Kennelbach. (VN-ger) An Ideen hat es nie gefehlt, seit das Wälderbähnle vor 30 Jahren endgültig außer Dienst gestellt wurde. 1990 etwa wurde der Trassenabschnitt zwischen Kennelbach und Egg in das Bundes-Radwegekonzept aufgenommen. Der Bregenzerwald sollte damit an das Radwege-Netz des Rheintals und der Bodenseeregion angeschlossen werden.

Während der Abschnitt zwischen Doren und Egg seit dem Vorjahr um vier Millionen Euro zum Geh- und Radweg ausgebaut wird, ist es um die Verlängerungspläne bis nach Kennelbach ruhig geworden. Doch vom Tisch ist das Projekt durch Natura-2000-Gebiet auf Bregenzer, Kennelbacher, Langener und Dorener Gemeindegebiet nicht – wenngleich es mit den Jahren immer weiter geschrumpft ist. Statt dem ursprünglich angedachten Radweg soll nun unter dem Arbeitstitel „Trampelpfad“ ein Wanderweg entstehen.

Offiziell zugänglich machen

Seit knapp vier Jahren ist Gerold Ender (Abteilung Umweltschutz der Stadt Bregenz) federführend mit dem Projekt befasst. Gemeinsam mit der Umweltabteilung des Landes hat er Überlegungen angestellt, „wie man den Weg offiziell zugänglich machen kann“. Bei einem Termin Anfang September soll das Vorhaben mit Bezirkshauptmannschaft, Land und Naturschutz abermals diskutiert werden. Den Projektverantwortlichen zufolge soll das, was gegeben ist, erhalten bleiben. Hangseitige Absicherungen sowie eine Sanierung der Mauern sind nicht vorgesehen: „Das wäre zu teuer und ein zu großer Eingriff in die Natur“, sagt Ender. So würde der „Trampelpfad“ über die Rutschungen drüber­führen, auf den abgesackten Brückenfundamenten sollen Stege verlegt und die Tunnel steinschlagsicher gemacht werden. Da die Hänge in Bewegung sind, sei die Strecke zwar „relativ gefährlich. Eine hundertprozentige Sicherheit können wir nicht schaffen. Aber die hat man in der Bergwelt auch nicht“, erläutert Ender.

Erst-Projekt gescheitert

Dem Verfall der ehemaligen Wälderbahn-Strecke zwischen Kennelbach und Doren entgegenwirken will eine Truppe junger Vorarlberger bereits jetzt. Vor knapp zwei Jahren wurde der Verein zur Erhaltung der Achtalbahntrasse (ATB) aus der Taufe gehoben. Ihr Erst-Projekt – den Dorener Bahnhof beim Campingplatz für die Nachwelt erhalten – ist im Vorjahr gescheitert. Obmann Julian Wirth und Co. wollten das Gebäude zu einem Eisenbahnmuseum umfunktionieren. Aber die Gemeinde hatte laut Wirth dann doch andere Pläne und bevorzugte anstatt der Ausstellungsfläche im Freien einen Spielplatz. „Jetzt sind wir eben an der Trasse dran“, erzählt der Obmann. Fast jedes Wochen­ende seien ein paar von ihnen draußen, um den Weg zu lichten oder Wassergräben zu säubern. Auch Brücken und ein Rastplatz wurden errichtet. „Natürlich alles im Einklang mit der Natur“, fügt der Großdorfer hinzu. Aber nicht jeder ist vom ehrenamtlichen Einsatz so begeistert, wie die Wanderer, die den Weg inoffiziell benutzten. Drei Anzeigen hat sich der Verein mittlerweile eingehandelt. „Wir wären sehr froh, wenn wir eine Genehmigung bekommen würden“, meint Wirth.

Sollte das Projekt „Trampelpfad“ endgültig ad acta gelegt werden, hat die Gemeinde Kennelbach einen Plan B für eine kleinere Version im Ärmel. Waldaufseher Jürgen Ernst untersucht derzeit im Rahmen einer Projektarbeit einen Rundweg, der an den bestehenden Waldlehrpfad angebunden werden soll.