Narrt rumänisches Ganovenpaar die Justiz?

Vorarlberg / 13.08.2013 • 21:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Mutmaßliche Diebe zogen es vor, nicht vor Gericht zu erscheinen.

feldkirch. (ec) Angeklagt waren ursprünglich drei Rumänen: Ein 26-jähriger Mann, dessen Ehefrau und seine 41-jährige Tante. Die Tante wurde im Juni am Landesgericht Feldkirch verurteilt. Ihr konnte nachgewiesen werden, dass sie in zwei Bregenzer Schmuckgeschäften das Personal ablenkte, während Schmuck im Wert von insgesamt knapp 10.000 Euro verschwand. „Sie waren eingeweiht und spielten mit“, begründete Richter Norbert Melter den erstinstanzlichen Schuldspruch wegen gewerbsmäßigen schweren Diebstahls. Zu der ersten Hauptverhandlung war der 26-Jährige noch gekommen, seine schwangere und angeblich kranke Frau fehlte bereits beim ersten Durchgang.

Nun, da seine vorbestrafte Tante zu 18 Monaten teilbedingter Haft verurteilt wurde, hat der junge Mann offenbar kein Interesse, sich seinem Verfahren zu stellen, und erschien nicht vor Gericht. Immerhin muss seine Tante – wenn die Entscheidung rechtskräftig wird – sechs Monate ins Gefängnis. Die Frau war mittels einer Videoaufzeichnung überführt worden. Darauf ist genau zu sehen, wie ihr Neffe den Schmuck aus der Vitrine nimmt und ihn ganz unauffällig in seine Taschen gleiten lässt. „Ich sehe immer noch nichts“, kommentierte die Angeklagte die Videovorführung. „Das sehe sogar ich“, raunte sogar ihr Verteidiger. An ihrer Verurteilung führte kein Weg vorbei, allerdings wandte sie sich an den Obersten Gerichtshof, um das Urteil zu bekämpfen.

Prozess vertagt

Wie es mit dem mutmaßlichen Ganovenehepaar weitergeht, ist offen. Die Staatsanwaltschaft kann die beiden mittels europäischen Haftbefehls festnehmen lassen. Ob Rumänien sie so ohne Weiteres nach Österreich „schickt“, ist allerdings fraglich, da es unzählige Sondervorschriften und Ausnahmeregelungen gibt. Der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.