Rolls-Royce-Museum will bleiben

13.08.2013 • 17:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Rolls-Royce-Museum werden jahrzehntealte Edelkarossen für die Ausstellung restauriert. vn/Hartinger

Im Rolls-Royce-Museum werden jahrzehntealte Edelkarossen für die Ausstellung restauriert. vn/Hartinger

Betreiber wollen Pachtvertrag verlängern – Subventionsverhandlungen werfen Schatten voraus.

Dornbirn. (ha) Die Familie Vonier, die 1999 in einem ehemaligen Industriegebäude der Firma F. M. Hämmerle im Gütle das Rolls-Royce-Museum eröffnete, strebt die Verlängerung des Pachtvertrags mit der F.M.H.-Holding, der im März 2014 ausläuft, an. Die Verhandlungen mit der Stadt über die Weiterführung der Subventionen, die sich derzeit auf 102.000 Euro pro Jahr in Form von Mietkostenzuschüssen belaufen, sind im Gang. SPÖ und FPÖ wollen den Geldhahn nun zudrehen. Ein handfester Konflikt zwischen Mehrheitspartei und Opposition ist vorprogrammiert.

Geschäftsführer Johannes Vonier hüllt sich noch in Schweigen, er will den Verhandlungen nicht vorgreifen. Er sagt nur so viel: „Im Herbst wissen wir Genaueres.“ Dass er gerne in Dornbirn bleiben will, verheimlicht er nicht. Auf der letzten Sitzung der Stadtvertretung hätte über das Geschäft, im Besonderen über eine Erhöhung der städtischen Subvention, diskutiert werden sollen. Der Punkt wurde allerdings kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Nicht ohne Grund: Die jährliche Finanzspritze für den Museumsbetrieb wird von der Opposition, vor allem von SPÖ und FPÖ, heftig kritisiert. Ein Vertreter der politischen Gegenseite ist überzeugt, dass die Museumsbetreiber sehr wohl imstande wären, den Betrieb ohne finanzielle Hilfe der Stadt weiterführen zu können. Bürgermeisterin An­drea Kaufmann weiß, dass die Fortsetzung der städtischen Subventionen für Wirbel im Stadtparlament sorgen wird.

Am Museum interessiert

Vizebürgermeister Martin Ruepp lässt durchblicken, dass die ÖVP am Weiterbestand des Museums interessiert ist, auch weil die Schau vor allem im Ausland in Insiderkreisen sehr bekannt ist und internationales Publikum nach Dornbirn lockt: „Es gibt kaum einen Kongress in Vorarlberg, der für die Teilnehmer im Rahmenprogramm nicht einen Museumsbesuch im Gütle anbietet.“ Deshalb müsse sehr wohl überlegt werden, ob man auf die Attraktion verzichten wolle oder eben Geld für den Weiterbestand in die Hand nehmen soll.

Ein Indiz für das Interesse der Stadt an der Beibehaltung des Standorts des weltgrößten Rolls-Royce-Museums der Welt ist eine offizielle ­Rathaus-Presseaussendung vom Mai 2013, in der unter anderem auf die internationale Bedeutung „der weltweit größten Sammlung von Rolls-Royce-Phantom-Fahrzeugen“ hingewiesen wird. Weiter heißt es, dass die Besucherzahlen übers Jahr verteilt im Spitzenfeld der Vorarlberger Museen liegen. Tatsächlich schaut die neueste Besucherstatistik nicht so schlecht aus: Jahr für Jahr passieren rund 20.000 Fans der historischen Edelkarossen, die von den Voniers perfekt auf Vordermann gebracht wurden, die Drehkreuze.