Bauer ließ Kuh qualvoll verenden

Vorarlberg / 14.08.2013 • 21:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Achthundert Euro Geldstrafe für Landwirt, dessen Milchkühe aus Vernachlässigung beinahe verhungerten.

bregenz. (gs) Ein landwirtschaftlicher Hof im Unterland, im Stall 13 Milchkühe, jedes von ihnen bis auf die Knochen abgemagert und voller Dreck. Ein Rind ist bereits verendet – an einer schweren, unbehandelten Euterentzündung. Als verantwortlicher Beschuldigter vor dem Bregenzer Bezirksrichter: Ein 43-jähriger Vorarlberger, seit den Vorfällen längst Landwirt gewesen, jetzt geringfügig beschäftigt.

„Aus dem Ruder gelaufen“

Angeklagt wegen Tierquälerei, gab er ein reumütiges Geständnis ab. „Es ist damals einfach alles aus dem Ruder gelaufen“, begründete er die eklatante Vernachlässigung seiner Tiere.

„Ich war mit Leib und Seele Landwirt. Zwanzig Jahre lang. Bis die Beziehung mit meiner Partnerin in die Brüche ging. Es hat mich an den Nerven gezwickt. Ich bin in ein Loch gefallen“, sagte er.

Richter Christian Röthlin zeigte Verständnis für solche krisengeschüttelten Situationen. Aber dennoch: „Man kann auch bei Problemen den Kopf nicht einfach durch Nichtstun in den Sand stecken“, rügte er den Beschuldigten. Dieser hatte den Hof nach der Anzeige durch die Vorarlberger Landesregierung „voller Scham“ seinem Bruder übergeben. Letzterer war es auch, der die Kuh mit der Euterentzündung entdeckt hatte und am nächsten Tag einschläfern lassen wollte. Doch das Tier verendete noch in der Nacht.

Wegen des Vergehens der Tierquälerei wurde der Angeklagte zu einer unbedingten Geldstrafe von 800 Euro verurteilt. Er nahm das Urteil sofort an.

Als Beobachter der Verhandlung erschien übrigens der ehemalige Landesveterinär und nunmehrige Amtstierarzt Erik Schmid. Er kündigte ein „verwaltungsmäßiges Tierhalteverbot“
für den Verurteilten an. Was die 13 überlebenden Milchkühe betraf, habe er den betreffenden Hof kürzlich aufgesucht. „Die Kühe haben sich inzwischen erholt, jede von ihnen gibt mittlerweile wieder mindestens 25 Liter Milch pro Tag ab“, berichtet Schmid.