Schönes Wetter mit dramatischen Folgen

Vorarlberg / 14.08.2013 • 21:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Heuer schon 61 tödliche Motorradunfälle –
Fast die Hälfte der Getöteten war über
45 Jahre alt.

schwarzach. (VN) Der heurige Rekordsommer hat die Motorradfahrer vermehrt auf Österreichs Straßen gelockt – mit einem entsprechenden Blutzoll: Bis 12. August kamen nach den Zahlen des Innenministeriums 61 Biker ums Leben, davon einer in Vorarlberg.

Wer in den Zweiradpiloten unverantwortliche Raser vermutet, liegt zumeist falsch: Etwa ein Drittel der tödlichen Unfälle ereignete sich an Kreuzungen, wo vor allem unaufmerksame Linksabbieger die Biker „abschießen“, weiß Otmar Bruckner, Statistiker im Innenministerium. Ein weiteres Drittel sind Alleinunfälle, der Rest verteilt sich auf Überholmanöver, Auffahrunfälle und sonstige Kollisionen.

Biker werden immer älter

Was das Alter der Getöteten betrifft, sind 42 Prozent jenseits der 45 Jahre. Das älteste Opfer war 79. Dies entspricht dem Trend, dass die Motorradfahrer einerseits immer älter werden, während es an „Nachwuchs“ fehlt. Den teuren Führerschein samt einer Maschine leisten sich nur wenige Youngster, während ab 40 viele das Zweirad (wieder) für sich entdecken, nachdem die Kinder aus dem Haus sind, meinte Bruckner. Genau diese Gruppe wird infolge mangelnder Fahrpraxis oft in verheerende Unfälle verwickelt.

Tipps für Ausflüge

Für den heutigen Feiertag sind beste Wetterbedingungen für eine Motorrad-Tour vorhergesagt. ÖAMTC-Verkehrsexperte Markus Schneider hat einige Tipps, damit diese nicht im Krankenhaus endet: „Strecke und Dauer müssen dem eigenen Können angepasst werden.“ Außerdem sollte man unbedingt Abstand und Geschwindigkeit beachten und generell eine defensive Fahrweise an den Tag legen.“ Ganz wichtig: Gerade als Zweirad-Fahrer ist es von Bedeutung, mit etwaigen Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer zu rechnen.

Aber auch die anderen Kraftfahrer nimmt Schneider in die Pflicht. „Fahrzeuglenker müssen im Sommer speziell auf Freilandstraßen immer mit Bikern rechnen. Das gilt auch für die Lenker landwirtschaftlicher Nutzfahrzeuge.“ Eine große Gefahr liegt in der schlanken Silhouette eines Motorradfahrers, die oft schlecht sichtbar ist. Das kann beim Einbiegen in Freilandstraßen, beim Linksabbiegen und beim Überholen schnell zu gefährlichen Situationen führen. „Gegenseitige Rücksichtnahme ist gerade im Sommer, wenn auf den Straßen viel los ist, das oberste Gebot.“

In Vorarlberg kam es im Vorjahr übrigens zu 172 Motorradunfällen. 187 Personen wurden dabei verletzt. Ein Biker kam im August 2012 in Reuthe ums Leben.

Unfallbilanz 2012

Statistik für Vorarlberg –
Motorradunfälle mit Verletzung:

» Motorradunfälle gesamt: 172

» Verletzte Fahrer: 172

» Verletzte Mitfahrer: 15

» Getötete Fahrer: 1