„Lehrerdienstrecht gibt es nicht vor der Wahl“

Vorarlberg / 16.08.2013 • 19:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Für den Grünen Harald Walser ist Regierungsvorschlag „altmodisch und realitätsfern“.

Bregenz. (VN-hk) Wenn der Grüne Nationalratsabgeordnete Harald Walser (60) zu einer Pressekonferenz lädt, dann bedeutet dies für die Regierungsparteien nichts Gutes.

So war es auch gestern. „Machtpolitisch gesteuert“, „ohne Fundament“ und „nicht sachbezogen“ sei das, was derzeit unter der Bezeichnung Neues Lehrerdienstrecht am Tisch liege, meinte Walser. Der in Begutachtung gehenden Regierungsvorlage fehle ein durchgängiger Plan und eine konkrete Vision. „Das Ganze ist ein unprofessioneller Murks.“

Mehr als ein Dienstrecht

Was aus seiner Sicht richtig ist, sagte der grüne Bildungssprecher allerdings auch. Ganz oben auf seinem Anforderungsprofil für ein gutes Lehrerdienstrecht steht dabei die Aufnahme der Kindergarten-Pädagog(inn)en in ein solches. „Es kann nicht sein, dass die nicht berücksichtigt werden.“

Walser verlangt nicht nur ein neues Lehrerdienstrecht, sondern eine grundlegende Bildungsreform, die einige andere wichtige Punkte enthalten müsse. „Wir brauchen flexible Wochenarbeitszeitmodelle, ganztägige Schulformen, gleiche Bezahlung der Lehrer aller Schultypen, Leistungsanreize für Lehrer, ein durchgehendes Qualitätsmanagement, Personalhoheit an den Schulen, ein Rahmenjahresarbeitszeitmodell unter Berücksichtigung von Unterrerichts-, Vor- und Nachbereitung und sonstiger Tägigkeiten“, nennt Walser Kernpunkte eines Dienstrechtes mit Reformanspruch.

Der Kritik von einigen Lehrern an den Grünen, wonach diese mit einer Reduzierung der Lebensverdienstsumme einverstanden seien, entgegnet Walser: „Wir haben schon immer gesagt: Bei allem, was kommt, darf es nie eine finanzielle Schlechterstellung für Pädagogen geben.“ Dass der jetzt in Begutachtung gegebene Gesetzesvorschlag für ein neues Dienstrecht von der Regierung noch vor den Wahlen durchgedrückt wird, glaubt Walser nicht.

Was derzeit vorliegt, ist ein unprofessioneller Murks.

Harald Walser