Obst und Gemüse müssen nicht immer makellos sein

Vorarlberg / 16.08.2013 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Billa, Merkur und Adeg verkaufen ab September Obst mit kleinen Schönheitsfehlern.

Schwarzach. (VN-bem) Das Wetter dieses Jahr war für Landwirte in Österreich eine Herausforderung. Pflanzen bildeten aufgrund des zu nassen Frühlings nicht genügend Wurzeln, jetzt im eher trockenen Sommer kommen sie nur ungenügend an Wasser. Kartoffeln sind zum Beispiel kleiner gewachsen.

Entsprechen nicht der Norm

Aber nicht nur Wetterkapriolen – wie Hagel und Trockenheit – sorgen dafür, dass Obst und Gemüse nicht unserer Norm entsprechen: Mutter Natur lässt genießbares Obst und Gemüse nicht immer perfekt in Form, Größe und Aussehen – sprich normenkonform – auf den Feldern wachsen. Seit Kurzem bietet der Schweizer Handelskonzern Coop seinen Kunden eine neue Produktlinie an: „Ünique“ für Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern soll künftig in den Regalen einen festen Platz erhalten. Jetzt ziehen österreichische Konzerne nach. Äpfel, Karotten oder Kartoffeln werden bei Billa, Merkur und Adeg ab September so verkauft, wie sie gewachsen sind und nicht, wie sie dem Schönheitsideal von Obst und Gemüse entsprechen. Rewe International bringt Lebensmittel mit Schönheitsfehlern, nach dem Vorbild von Coop, als Eigenmarke in seine Supermärkte.

Mit „Verwendung statt Verschwendung“ soll laut Rewe das Bewusstsein für die Qualität von heimischen Lebensmitteln geschärft und ein „Gegenmodell zur Wegwerfkultur“ entwickelt werden. Die qualitativ einwandfreien Produkte, die bloß nicht makellos aussehen, würden auch zu einem günstigeren Preis angeboten, je nach Verfügbarkeit. „Wir wollen ausloten, wie sehr unsere Kunden an Ware mit optischen Makeln interessiert sind. Ziel ist es, künftig einen größeren Teil der Ernte zu verwerten“, erklärte Rewe-Chef Frank Hensel. Er glaubt, dass umweltbewusste Kunden großes Verständnis dafür haben werden. Nutznießer seien auch die zuliefernden Bauern.