Einigung sehnlichst erwünscht

Vorarlberg / 18.08.2013 • 20:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Einigung sehnlichst erwünscht

Beim Thema Lehrerdienstrecht wollen indirekt Betroffene vor allem eines: Dass es bald eines gibt.

Schwarzach. (VN-hk) Schüler­vertreter, Elternvertreter und Wirtschaftskammer sind interessierte Zaungäste beim Verhandlungsmarathon über ein neues Lehrerdienst- und Besoldungsrecht zwischen Regierung und Lehrergewerkschaften. Ihnen gemeinsam ist der sehnliche Wunsch, dass sich die Verhandlungspartner bald einigen – auch wenn das vor den Wahlen für nicht realistisch gehalten wird.

Konsens gefordert

Der Schrunser Schülervertreter Vinzent Czegka (19), Mitglied im Bundesvorstand der Schülerunion, würde es begrüßen, wenn es bald einmal ein neues Lehrerdienst- und Besoldungsrecht gibt. „Wie immer dann das im Detail ausschaut, aus Schülersicht gibt es dazu klare Anforderungen: Es muss einen Anreiz dafür bilden, dass die besten Köpfe Lehrer werden wollen. Und: Es muss dazu beitragen, dass der Lehrerberuf wieder eine Aufwertung erfährt.“ Den derzeit vorliegenden Entwurf bewertet Czegka grundsätzlich positiv. „Gewerkschaften und Regierung sind dazu aufgefordert, einen Konsens zu finden.“

In dieselbe Kerbe schlägt der neue Sprecher der Vorarlberger Schülerunion, Sandro Tirler (18). Auch er sieht im Konflikt ein zunehmend gesellschaftliches Problem. „Dabei müsste in der Gesellschaft allmählich ein Umdenken zugunsten der Lehrer stattfinden.“ Das grundsätzliche Muster der Gehaltsreform findet Tirler gut. „Dass junge Pädagogen mehr verdienen, ist wichtig.“

Ergebnisse

Endlich Ergebnisse sehen will auch der frischgebackene Pflichtschul-Elternvertreter Mario Waldner (45). Doch einen solchen kann sich der Hohenemser Vater von zwei Mittelschülern nicht ohne Zustimmung der Lehrergewerkschaft vorstellen. „Ich möchte da jetzt auch niemandem die Schuld in die Schuhe schieben. Aber es muss zu einer Einigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern kommen. Waldner fordert im Namen der Schülereltern ein Reformpaket, „das Pädagogik und Entlohnung in konstruktiver Weise regelt“.

„Husch-Pfusch“

Als „nicht stimmig“ beurteilt Wirtschaftskammer-Präsident Manfred Rein (64) das, was als Begutachtungsentwurf für ein neues Lehrer-Dienst- und -Besoldungsrecht auf dem Tisch liegt. Rein schließt sich dabei der Kritik des Grünen Harald Walser (60) an: „Es ist nicht richtig, dass
die Kindergartenpädagog(in-n)en nicht berücksichtigt wurden. Es schaut alles ein wenig nach Husch-Pfusch aus.“ Kritik richtet der Wirtschaftskammerpräsident, der zum bekennenden Anhänger einer Gemeinsamen Schule für alle Zehn- bis 14-Jährigen wurde, auch gegen die AHS-Lehrervertreter. „Ich verstehe deren Weigerung nicht, sich mit einer Gemeinsamen Schule zu beschäftigen.“

Es muss in der Gesellschaft ein Umdenken zugunsten der Lehrer stattfinden.

Sandro Tirler