„Would“ lebt die Tradition

Vorarlberg / 18.08.2013 • 19:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Would“ lebt die Tradition

Top Ten der Gasthausnamen: Im Bregenzerwald scheint die Tradition am lebendigsten.

Schwarzach. (VN-ger) Fast alles wird heutzutage in irgendeiner Form statistisch erfasst und ausgewertet – so auch die Namen der Vorarlberger Gastronomiebetriebe. Die Wirtschaftskammer Vorarlberg hat für die VN ihre Datenbank durchforstet. Wir haben nachgezählt und eine Liste mit den häufigsten Gasthaus-Namen erstellt (siehe Grafik). Die traditionellen Namen verschwinden zwar zusehends zugunsten italienischer, asiatischer oder einfach modischer Bezeichnungen. Unangefochten auf Platz eins ist aber nach wie vor die „Krone“. Auffallend ist, dass gewisse Namen in einigen Regionen gar nicht, in anderen dafür gehäuft vorkommen – wie der „Adler“ im Bregenzerwald mit elf von insgesamt 23 Betrieben oder das „Rössle“ im Bezirk Bludenz. Warum Gasthäuser so heißen, wie sie heißen, sei im Einzelnen relativ schwer nachzuvollziehen, sagt Alois Niederstätter, Leiter des Vorarlberger Landesarchivs. „Insgesamt hat es früher viel mehr Wirtschaften gegeben. In Bregenz gab es vor 100 Jahren beispielsweise rund 100 gastronomische Betriebe“, verdeutlicht Niederstätter das ehemals breite Angebot. „Was an Namen übrig geblieben ist, ist eher Zufall. Bei Neuübernahmen wurden relativ willkürlich neue Namen gewählt.“ Durchaus denkbar ist für Niederstätter jedoch, dass es in den Regionen bestimmte Namensmoden gab. „Aber die Unterscheidbarkeit musste gegeben sein“, verweist der Landesarchiv-Leiter auf die „Krone“ und das „Krönele“ in Lustenau.

Gasthaus und Pfarrer

Vielerorts sei das erste Gasthaus in einem Ort die Taverne gewesen. „Ein eigener Pfarrer und ein eigenes Wirtshaus gehörten früher zur örtlichen Identifikation. Sonst wurde man von den Nachbargemeinden verspottet“, führt der Experte aus. Mit der Zeit kamen immer mehr Betriebe dazu. Wann die Wirtshausnamen flächendeckend auftauchten, kann laut Niederstätter nicht exakt datiert werden. Zu den ältesten Bezeichnungen dürften jedoch Symbole zählen, die in Wappen geführt wurden. Sehr weit verbreitet seien aber auch Tiere oder bestimmte Pflanzenteile.