500 Euro Strafe für Faust aufs Auge

Vorarlberg / 19.08.2013 • 21:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Richter Christian Röthlin wählte eine diversionelle Möglichkeit.
Richter Christian Röthlin wählte eine diversionelle Möglichkeit.

Saftige Geldstrafen für zwei Arbeitskollegen, die sich in der Firmenkantine gegenseitig die Nasen blutig schlugen.

bregenz. (gs) Arbeitspause im Aufenthaltsraum einer Firma im Unterland: Zwei Kollegen sitzen sich gegenüber, einer aus Deutschland, der andere ein Hiesiger. Seit zwei Jahren arbeiten sie unter dem selben Dach, hatten vorher nie Probleme miteinander. Aber es muss Alkohol in dieser Kantine geben, denn genau der sei schuld gewesen an dem schlagkräftigen Ausbruch der Emotionen, der die beiden schließlich vor das Bezirksgericht Bregenz beförderte.

„Er hat über die Österreicher gelästert, und ich über die Piefkes“, begründete einer der Beschuldigten, der Vorarlberger, gegenüber Richter Christian Röthlin. „Erst war das irgendwie im Spaß, doch dann wurde es ernst. Ich meinte dann, wir sollten das draußen regeln“, fuhr er fort. So wurde der staatenübergreifende „Kleinkrieg“ auf den Gang außerhalb der Kantine verlagert, wo die Fäuste flogen. „Zweimal schlug er mir mit der Faust aufs Auge. Mir platzte der Kragen, und ich schlug zurück auf seine Nase“, erinnerte sich der Vorarlberger. Danach sei Ruhe eingekehrt. Vorerst. Denn in der Kantine sei das „Gestänkere“ weiter gegangen. Und wieder floss Blut aus zwei Nasen.

Wegen des Vergehens der Körperverletzung angeklagt, saßen die beiden Kontrahenten nun im Verhandlungssaal. Reumütig und in Demut geständig. „Es war nur der Alkohol“, beteuerten sie einmütig. Niemals vorher seien sie aneinandergeraten, und auch niemals mehr danach. Feine Arbeitskollegen. Der Richter sprach die beiden schuldig. Doch nicht direkt im Sinne der Anklage. „Diese Angelegenheit ist doch nicht so gravierend, dass eine Eintragung ins Strafregister erfolgen müsste“, sagte Röthlin, „ich wähle deshalb eine diversionelle Möglichkeit. 500 Euro Strafe für jeden von Ihnen, und es gibt keine Verurteilung und folglich auch keine Vorstrafe“, so der Vorsitzende weiter.

Entscheidung akzeptiert

Für die beiden Streithähne, die gegenseitig auch keine Ansprüche auf Schmerzensgeld forderten, bedeutete das ein eindeutiges „Happy end“. Sichtlich erleichtert akzeptierten sie die Entscheidung. 500 Euro sind sie jedoch los. Und hoffentlich auch einen ordentlichen Brocken ihres Aggressionspotenzials.