Ein Sozialzentrum mit Waschstation

Vorarlberg / 19.08.2013 • 18:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Roma-Kinder im Ziegental lernen, sich zu waschen. Besonders im Sommer haben sie schon großen Spaß daran. Foto: ENTNER
Roma-Kinder im Ziegental lernen, sich zu waschen. Besonders im Sommer haben sie schon großen Spaß daran. Foto: ENTNER

Bei „Elijah“ lernen die Roma-Kinder mit Zahnbürste und Seife umzugehen.

Holzmengen. (VN-ebi) Jeden Vormittag besucht Ana-Maria Farcas die Romafamilien im rumänischen Ziegental. Sie ist Mitarbeiterin des Sozialprojekts „Elijah“, das vor rund einem Jahr von Russ-Preis-Träger Pater Georg Sporschill und Ruth Zenkert in Holzmengen gegründet und daraufhin auf die Nachbardörfer ausgeweitet wurde. In Ziegental steht die 24-Jährige mit den Familien seit wenigen Monaten in engem Kontakt. Täglich bringt sie den Müttern Windeln für ihre Kleinkinder, sie verteilt Klopapier für die neu erbauten Toiletten und Verbandszeug, wenn sich jemand verletzt hat. Außerdem versucht Farcas Bewusstsein zu schaffen, dass die Familien ihre kleinen Hütten sauber halten: „Wir müssen ihnen langsam lernen, selbst zu putzen“, erklärt sie. Doch das ist nicht das einzige Problem. In vielen Häusern findet die Sozialarbeiterin verwahrloste Kinder vor, die im Dreck leben, sich nicht waschen und die Kleidung nie wechseln. Diese nimmt sie mit in das durch „Elijah“ neu errichtete Sozialzentrum, das mit einer kleinen Waschstation kombiniert wurde.

Dort hängen viele kleine beschriftete Zahnbürsten an der Wand. Bei gemeinsamer Katzenwäsche lernen die Kinder, wie sie diese benutzen können. Für den Winter gibt es sogar die Möglichkeit, Wasser für die tägliche Hygiene aufzuwärmen. Dieses füllen sie in kleine Wannen, um sich dann sauber zu machen. „Jetzt im Sommer macht das den Kinder natürlich noch mehr Spaß. Manche stehen stundenlang im Garten und spielen mit dem Wasser“, erzählt Farcas. Sie ist stolz auf das neue Sozialzentrum, in dem sie nach ihrem Rundgang am Vormittag die Kinder des Roma-Dorfs betreut. Gemeinsam räumen sie die Straßen auf, spielen, lernen, machen Hausaufgaben und auch Sport. Das Sozialzentrum bietet ihnen die Möglichkeit, sich endlich an Tische zu setzen, die man in den heruntergekommenen Hütten im Ziegental kaum vorfindet. „In nur wenigen Monaten hat sich so viel verändert. Früher sah man hier kaum ein Kind lachen, mit jedem Tag werden hier die Bewohner aber fröhlicher“, freut sich die 24-Jährige.

Unterstützung gesucht

Um die Familien und Kinder besser unterstützen zu können, suchen Sporschill und Zenkert weiterhin ehrenamtliche Helfer, die die Roma-Familien in ihrem Alltag begleiten. Von Handwerkern über Bäcker bis hin zu (Musik-)Pädagogen und „gestandenen Hausfrauen“: die Möglichkeiten zu helfen sind vielseitig.

Informationen zum Sozialprojekt „Elijah“ von Pater Georg Sporschill SJ und Ruth Zenkert erteilt der
Obmann des Trägervereins,
Ex-LH Dr. Herbert Sausgruber.
E-Mail: herbert.sausgruber@vol.at