Weiterer Anlauf, um den Verkehr auszubremsen

Vorarlberg / 19.08.2013 • 19:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Weiterer Anlauf, um den Verkehr auszubremsen

Neues Konzept für eine Verkehrsberuhigung im Zentrum Hohenems soll nun greifen.

Hohenems. (VN-bem) Eine endgültige Verkehrsberuhigung in der Hohenemser Innenstadt wünschen sich viele Bürger seit Langem. 2010 sollte etwa mit der Umlegung der L 190 ein großer Schritt in Richtung Verbannung des Durchzugsverkehr aus der Innenstadt gemacht werden. Drei Jahre später brachten Umfahrungsstraße, Einbahnstraßen und eine Durchfahrtssperre am Kirchplatz noch nicht die erwünschte Entlastung des Zentrums. Die Stadtvertretung beschloss in der Sitzung vom 19. März das Durchfahrtsverbot am Kirchplatz aufzuheben, da inzwischen ein neues Verkehrskonzept entwickelt wurde. Die Einfahrt ins Stadtzentrum ist ab 6. September wieder aus allen Richtungen – ohne Umwege – möglich.

Wie von der Hohenemser Stadtplanungsabteilung zu erfahren ist, haben Messungen seit 2010 und Ergebnisse aus früheren Jahren gezeigt: der Verkehr im Zentrum setzt sich nicht nur aus Ziel- und Quellverkehr (Einkaufen, Wohnen) zusammen, sondern immer noch zu einem erheblichen Teil aus reinem Durchzugsverkehr. Weiters habe sich laut Stadtplanung gezeigt, dass einige Schleichwege immer noch zu offen gestaltet seien. Das neue Konzept soll sie für den Durchzugsverkehr unattraktiv machen.

Experten der Fachabteilungen, der Bürgerinteressensgruppe „Unsere Innenstadt“ und der Wirtschaftsgemeinschaft haben Ideen eingebracht. Das Planungsbüro M+G aus Feldkirch sowie das Tiroler Ingenieurbüro Köll haben die Ausarbeitung der Varianten begleitet. „Variante i“ fand den breiten Konsens.

Neues Verkehrskonzept

Autofahrer, die ins Hohen­emser Zentrum wollen, sollen dieses künftig besser erreichen können, kostenlose Parkplätze nutzen und retour fahren. Wer Hohen­ems jedoch nur durchqueren will, soll die Stadtspange L 190 benutzen. Eine Abkürzung über den Schlossplatz bietet sich zukünftig nicht mehr an. Weiters gibt es ein Linksabbiegeverbot von der Jakob-Hannibal-Straße in die Graf-Kaspar-Straße, was den Durchzugsverkehr zusätzlich eindämmen soll.

Ein neues Einfahrtsverbot vom Schlossplatz zum Rathaus sowie zwei Rechtsabbiegegebote von der Harrachgasse in die Marktstraße und in der Schweizer Straße – die Einfahrt in die Jakob-Hannibal-Straße ist nicht möglich – sollen den Autostrom weiter lenken. Entsprechende Beschilderungen werden bis Schulstart erfolgen. Die Ampelregelung wurde bereits an das neue Konzept adaptiert. In den ersten Wochen werden Hinweise an den Knotenpunkten die Verkehrsteilnehmer auf die Umstellung aufmerksam machen.

Pkw und Fußgänger

Weitere Anpassungen des Konzeptes könne es in Zukunft trotzdem geben. In Aussicht stehen neue Begegnungszonen von motorisiertem und nicht motorisiertem Verkehr: Begonnen werden könnte, so die Stadtplanung, mit dem Schlossplatz in Richtung Marktstraße. Der motorisierte Individualverkehr soll dadurch weiter entschleunigt werden: In diesen Zonen ist unter Einhaltung der Vorrangregel die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer vorgesehen.