Über teures Parken, das Radfahren und die „Öffis“

Vorarlberg / 21.08.2013 • 18:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Parken in der Dornbirner Innenstadt wurde verteuert. Foto: ha
Parken in der Dornbirner Innenstadt wurde verteuert. Foto: ha

Teurer Parken: Engagierte Teilnehmer im VN-Bürgerforum machen sich Gedanken über Alternativen.

Dornbirn. (VN-bem) „Auch ich befürworte die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung. Auch ist es wahr, dass der öffentliche Verkehr die Stadt gut erschließt“, meint Jörg Meißner im VN-Bürgerforum Dornbirn über die von der Stadt Dornbirn beschlossene Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung. „Dies gilt allerdings nicht sonntags und nicht in den Abendstunden“, da bleiben, so Meißner, nur Fahrrad oder Auto. „Das sollte verbessert werden, wenn man die Menschen von öffentlichen Verkehrsmitteln überzeugen will“, findet er.

Vom Auto zu den Öffentlichen

Fahrradfahrer Thomas Mohr stören die im Slalom angeordneten Parkplätze zur Verkehrsberuhigung, die mit dem Fahrrad lästig und gefährlich seien. Wenn man die Menschen vom Auto wegbringen wolle, dann könne man sich laut Gerald Loacker von den Neos überlegen, aus welchen Gründen Menschen mit dem Auto anstatt mit dem Rad fahren: „Fahrradständer sind selten überdacht, man muss sein Fortbewegungsmittel im Regen stehen lassen und auf den nassen Sattel sitzen, wenn man losfahren will.“

Loacker fragt, welche Innenstadtgeschäfte, die sich über die Konkurrenz der Einkaufszentren beschweren, komfortable Fahrradabstellplätze bieten. „Im Winter schiebt die Straßenräumung den Schnee von der Straße und vom Gehsteig auf den Fahrradstreifen“, fügt er an. Radwege seien, so Loacker, alle Nase lang unterbrochen oder würden im Nirwana enden. Zudem seien Fahrradstreifen baulich selten von der Kfz-Verkehrsfläche getrennt. Diesen Ausführungen stimmen Werner Lingenhel und Heinrich Künz im Bürgerforum zu.

Peter Wagner fügt an: „Wegbringen vom Auto wollen die Poliker niemanden. Im Gegenteil. Wer will schon die Kuh schlachten, die Milch gibt.“ Die Parkgarage müsse bezahlt werden. Wollte man mehr Fahrradfahrer in der Stadt haben, fehlen dafür laut Wagner die nötigen Abstellplätze. „Wo kann ein E-Bike in der Stadt aufgeladen werden? Für Autos habe ich E-Tankstellen gefunden. Für die Fahrräder gibt es nicht mal überdachte Abstellplätze“, ärgert sich Wagner.

Der Dornbirner Oskar Piffer kann die Bewirtschaftung der Parkplätze verstehen: „Um das Dauerparken zu verhindern und freie Parkplätze zur Verfügung zu haben, ist eine Bewirtschaftung durch die Stadt unumgänglich und gerechtfertigt.“ Als Alternativen schlägt er Parkplätze außerhalb der Stadt mit Zubringer vor, die aber mit Kosten verbunden seien. „Früher und vielleicht auch noch heute geben die Geschäfte der Innenstadt Vergütungen für das Parken. Damit können die Geschäfte Kunden werben und das Parken ist ebenso wie in den Einkaufszentren kostenlos. Es gibt aber Geschäfte, die das nicht so verstehen.“

Kreativität gefragt

Für Günther Bildstein bietet die Straßenverkehrsordnung genügend Möglichkeiten, die Parkmöglichkeiten zu steuern. „Wie es scheint, kennt die Stadtregierung nur eine Möglichkeit, nämlich die Abzocke“, ärgert sich Bildstein. Einen interessanten Vorschlag bringt Karl-Otto Grundmann in die Diskussionsrunde: „Den alten Parkplatz beim Kulturhaus für Fahrräder zu adaptieren“ ­fände er ausgezeichnet.

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