Promis „outen“ sich für Kleinparteien

Vorarlberg / 23.08.2013 • 19:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Treiben mancherorts „Stilblüten“: Plakataktionen der Parteien im Vorfeld der Nationalratswahl wie hier in Dornbirn. Foto: VN/Steurer
Treiben mancherorts „Stilblüten“: Plakataktionen der Parteien im Vorfeld der Nationalratswahl wie hier in Dornbirn. Foto: VN/Steurer

ausser Gefecht. Ab September soll Westbahn-Gründer Stefan Wehinger bei der Röthner Installationsfirma Enercret Geschäftsführer werden. Wehinger ist nämlich mit 40 Prozent beim Wärmepumpenspezialisten beteiligt. Das haben die VN bereits exklusiv berichtet. Doch vorerst muss der 47-Jährige nicht nur in der Öffentlichkeit etwas leiser treten. Wehinger hat sich nämlich bei einem Auslandsaufenthalt den Fuß gebrochen und musste bereits einige Wochen mit einem Gips vorlieb nehmen.

Qualifikation. Alle Wahlen wieder freut es die Bündevertreter der Volkspartei, sich bei der Vergabe um die aussichtsreichsten Plätze auf den Wahllisten zu matchen. Und alle Jahre wieder sind all jene, die nicht an erster Stelle gelandet sind, unzufrieden. So ist auch die Aussage eines Spitzenvertreters des Vorarlberger Wirtschaftsbundes zu werten, der öffentlich kund- tat, was den Spitzenkandidaten in Bregenz Süd, Norbert Sieber, für den Nationalrat qualifiziert. Nämlich, „dass er weiß, wie man mit der Straßenbahn zum Parlament findet“. Ob er den Kandidaten daneben für einen Experten in Sachen Agrarpolitik hält, ließ der Wirtschaftsbündler offen.

Verwunderung. Vielfalt belebt das Geschäft. Dieser Slogan gilt offenbar auch in parteipolitischen Preferenzen. So manche Kleinparteien dürfen sich über prominente Fans freuen. Jüngstes Beispiel dafür liefert der ehemalige Sicherheitsdirektor Elmar Marent. Marent, der nicht nur von vielen Schwarzen als „Gesinnungsfreund“ gesehen wird, hat sich nämlich über das Sozialnetzwerk Facebook als Freund der Liste Frank Stronach „geoutet“. Die Verwunderung im Kollegenkreis Marents über dessen „neue virtuelle Freundschaft“ soll jedenfalls „nachhaltig und groß“ sein.

Abgesprungen. Die bei der Nationalratswahl antretende EU-Austrittspartei (EU-AUS) hat in Vorarlberg ein massives Problem: Zwei der vier Kandidaten sind zurückgetreten. „Bernhard Hahn und Herta Güfel haben uns am 6. August, also vier Tage nach Abgabe der Wahlvorschläge, ihren Parteiaustritt bekannt gegeben. Begründung: Weil Bernhard Hahn auf dem EU-AUS-Bundeswahlvorschlag nicht auf Platz 1 steht“, heißt es auf der Partei-Homepage. Sowohl im Wahlkreis Süd als auch im Wahlkreis Nord gibt es damit nur noch eine Kandidatin bzw. einen Kandidaten, der nach wie vor Mitglied ist. Erschwerend kommt aus Parteisicht hinzu, dass die Zurückgetretenen wählbar bleiben; ist eine Liste einmal eingereicht und behördlich akzeptiert, ist nämlich keine Änderung mehr möglich. Umfragen zufolge ist die Wahrscheinlichkeit, dass EU-AUS ein Mandat gewinnt, allerdings ohnehin gering.

Landsleute. Der Vorarlberger NEOS-Gründer Matthias Strolz erfreut sich bei seinen Landsleuten in der Bundeshauptstadt hoher Zustimmung. Nicht nur, dass etliche Vorarlberger im Team der neuen Wahlbewegung mitarbeiten – auch bei den Unterstützern erhält Strolz prominente Hilfe. Bereits vor Wochen wurde der Obmann des Vereins der Vorarlberger in Wien, Andreas Köb, mit einem magentafarbenen NEOS-Pin gesehen, jetzt doppelte seine Ehefrau nach. In einem Inserat, das in der Tageszeitung „Der Standard“ erschien, versichert Verena Köb-Drexel, die aus einer bekannten Vorarlberger Unternehmerfamilie stammt, dass sie die NEOS wählt. Und darüber hinaus, wird kolportiert, soll noch eine ganze Reihe prominenter Vorarlberger geben, die eine Alternative zur Volkspartei unterstützen.

Prominente NEOS-Unterstützerin: Verena Köb-Drexel. Foto: NEOS
Prominente NEOS-Unterstützerin: Verena Köb-Drexel. Foto: NEOS