Kürzung schafft Barriere

Vorarlberg / 25.08.2013 • 18:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Verein Integration kritisiert Fahrdienst-Maßnahme. LR Bernhard verspricht Lösungen.

Schwarzach. (VN-mm) Die Einschränkung des Behindertenfahrdienstes durch das Rote Kreuz kommt nicht überall gut an. Für den Verein „Integration Vorarlberg“ etwa ist diese Sparmaßnahme „ein Schritt in die völlig falsche Richtung“. Er zeige aber auch, dass die Verantwortlichen kaum Einblicke in die Lebenswelten von Menschen mit Behinderungen und deren Familien hätten, bemängelt Obfrau Dr. Claudia Niedermair.

Auch Gesundheitslandesrat Dr. Christian Bernhard empfindet die von Rotkreuz-Direktor Roland Gozzi nicht zuletzt aufgrund finanzieller und personeller Probleme verfügte Reduktion der Fahrzeiten als „äußerst problematisch“.

„Volle Unterstützung“

Sie seien mit seinen Vorstellungen von Integration nicht zu vereinbaren, so Bernhard in einer kurzen Mitteilung, in der er Claudia Niedermair seine „volle Unterstützung in dieser Angelegenheit“ zusicherte. Und er kündigte an: „Meine Mitarbeiter sind bereits um Lösungen bemüht.“

Der Verein Integration Vorarlberg setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Beeinträchtigungen überall dabei sein und auch an ganz normalen Freizeitaktivitäten sowie kulturellen Ereignissen teilhaben können.

„Gerade für junge Menschen und deren Familien, die den integrativen Lebensweg gewählt haben, wird mit der Einschränkung der Fahrzeiten eine neue Barriere geschaffen“, meint die Obfrau.

Fakt ist laut ihren Erfahrungen, dass Eltern schon jetzt Unmengen von Taxi-Diensten leisten, weil auch Jugendliche bzw. junge Erwachsene mit Beeinträchtigungen nicht schon um 23 Uhr nach Hause wollen. Die Verkürzung der Fahrdienstzeiten bedeute für viele dieser jungen Menschen aber genau das.

Dennoch stellt der Verein keine Forderung. Er bittet vielmehr „die Verantwortlichen, diese Maßnahme zurückzunehmen, die Fahrdienstzeiten zu erweitern und die Bilanzen nach sinnvolleren und weniger zynischen Sparmöglichkeiten zu durchforsten“.

Wie berichtet, sind die fünf Rokreuz-Wagen nur noch Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr im Einsatz. Am Wochenende gibt es keinen Fahrdienst mehr.