Debatte um Verkehrsberuhigung

Vorarlberg / 26.08.2013 • 20:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Debatte um Verkehrsberuhigung

Vorderland-Gemeinden fordern Entlastung der Ortszentren. BH vermisst konkrete Vorschläge.

Schwarzach. (VN-sta) Wie die VN berichteten, fordern die Bürgermeister der Gemeinden Rankweil, Sulz-Röthis, Weiler und Klaus das Land auf, eine regional koordinierte Verkehrsberuhigung auf der Walgaustraße (L50) zu unterstützen. Anlass für den neuerlichen Vorstoß ist der kürzlich eröffnete Autobahn-Vollanschluss in Klaus, der laut den Gemeindechefs „neben den positiven Effekten auch vereinzelt negative Folgen“ für den Verkehr im Vorderland nach sich zieht. Angestrebt werden Tempo-40- und Begegnungszonen an verschiedenen innerörtlichen Knotenpunkten. Zudem wünscht man sich ein Lkw-Fahrverbot zwischen Klaus und Rankweil, um den Schwerverkehr in den Siedlungsgebieten zu minimieren. Wie aus den Gemeindestuben zu hören ist, würden derartige Vorhaben aber zumeist an der „restriktiven Haltung“ der Bezirkshauptmannschaften scheitern bzw. dadurch verzögert.

Bei der Bezirksbehörde weist man diese Kritik vehement zurück. „Mit Ausnahme von Rankweil, wo konkrete Planungen laufen, liegen uns keinerlei Konzepte oder Anträge vor“, sagt Herbert Vith von der zuständigen Abteilung der BH Feldkirch. Den Vorwurf, dass die BH auf die Bremse drücke, wenn es um Änderungen auf Landesstraßen gehe, kann er nicht nachvollziehen. Dagegen sprächen beispielsweise durchgeführte Temporeduktionen auf der Lastenstraße und Appenzellerstraße in Götzis sowie in Feldkirch.

Diskussion im Bürgerforum

Der Rankweiler Gemeinderat Christoph Metzler (Grüne) verweist in einer Aussendung auf das 2008 fertiggestellte Verkehrskonzept Vorderland, das bis heute „praktisch keine Umsetzung“ erfahren habe. Metzler sieht das Land in der Pflicht, mehr als nur „Straßenerhalter“ zu sein. „Es ist gefordert, sich weit mehr als bisher im Bereich der Ortsdurchfahrten zu engagieren, finanziell und beim Vorantreiben der Projekte.“

Auch im VN-Bürgerforum wird mittlerweile eifrig über den Verkehr auf der Walgaustraße (L50) diskutiert. Teilnehmer Reinhard Nagel hält eine Verkehrsberuhigung für „dringend notwendig“. „Wir wohnen seit 17 Jahren in Weiler und erleben täglich die Zunahme des Verkehrsaufkommens. Ganz stark ist inzwischen der Lkw-Verkehr in dieser Region.“ Nagel ist davon überzeugt, dass der Vollanschluss in Klaus mit „wohldurchdachten Verkehrsleitkonzepten“ in eine positive Richtung gelenkt werden könnte. „Es ist höchste Zeit, dass hier was gemacht wird“, findet auch Roland Hartmann aus Klaus. „Vor Jahren hat das Land Verkehrszählungen durchgeführt. Zwei Planungsbüros wurden beschäftigt und alle möglichen Maßnahmen zugesagt, passiert ist bis heute nichts.“