Weiter Tauziehen um Behindertenfahrdienst

Vorarlberg / 26.08.2013 • 20:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

schwarzach. (VN-mm) Die vom Roten Kreuz verfügte Einschränkung des Behindertenfahrdienstes schlägt weiter hohe Wellen. So macht FPÖ-Sozialsprecher Ernst Blum darauf aufmerksam, dass auch die Wachkoma­station im LKH Rankweil von dieser Sparmaßnahme betroffen sei. Laut Blum konnte die Station diesen Dienst bis 1. Juni mitbenutzen. „Dann wurde ihr über Nacht mitgeteilt, dass der Fahrdienst für Wachkomapatienten komplett eingestellt wird“, kritisiert der freiheitliche Landtagsabgeordnete. Denn nun könnten Ausflüge, Hausbesuche und andere Aktivitäten mit diesen Patienten nur mehr zu deutlich höheren Kosten unternommen werden. Blum: „Das ist ein Armutszeugnis für ein wohlhabendes Land wie Vorarlberg.“

Unbegründete Einschränkung

Wenn Landesrat Christian Bernhard die Reduktion der Fahrzeiten als „äußerst problematisch“ bezeichne (die VN berichteten), gehe er, Blum, davon aus, dass sich Bernhard rasch für eine gute Lösung im Sinne der Betroffenen einsetze. Den Fahrdienst ausweiten, nicht zurücknehmen, das verlangen jetzt auch die Grünen vom zuständigen Regierungsmitglied. „Diese Einschränkung ist unbegründet“, ärgert sich Behinderten-Sprecherin Vahide Aydin. Sie fordert das Rote Kreuz auf, diese Maßnahme umgehend aufzuheben.

Ihrer Ansicht nach gehört das Angebot überhaupt ausgeweitet, „jedenfalls in der Nacht und am Wochenende“. Menschen mit eingeschränkter Mobilität dürften nicht zusätzlich behindert, bestehende Barrieren müssten konsequent abgebaut werden. Aydin verweist darauf, dass Vorarlberg sich zur UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung und im Artikel 7 der Landesverfassung zur Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen bekennt. „Diese Bekenntnisse müssen wir auch in der täglichen Praxis umsetzen.“

Menschen mit Behinderung hätten, genau wie Menschen ohne Behinderung, das Recht, an Freizeit- und kulturellen Aktivitäten teilzunehmen so lange sie wollen.