Stadtamtsdirektor wegen Falschaussage verurteilt

Vorarlberg / 27.08.2013 • 21:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Geldstrafe für Bludenzer Stadtamtsdirektor. Foto: D. Stiplovsek
Geldstrafe für Bludenzer Stadtamtsdirektor. Foto: D. Stiplovsek

Erwin Kositz (54) hoffte vergeblich auf Ehrlichkeit der Unfallverursacher.

feldkirch. (ec) Gestern musste sich der 54-jährige Bludenzer Stadtamtsdirektor Erwin Kositz wegen falscher Beweisaussage, Begünstigung und versuchtem Versicherungsbetrug vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten. Im ersten Punkt wurde er schuldig gesprochen und zu 6000 Euro Strafe verurteilt. 6000 Euro wurden darüber hinaus auf Bewährung ausgesprochen. Der bislang unbescholtene Beamte hatte es offenbar gut gemeint und wollte zwei jungen Unfallverursachern aus der Patsche helfen. „Ich war überzeugt, sie legen den wirklichen Sachverhalt selbst dar und stellen sich ihrer Verantwortung“, erklärt Kositz.

Ein Verwandter des Angeklagten hatte mit zwei jungen Burschen gezecht. Währenddessen hat einer der jungen Männer den Autoschlüssel des Fiats der Familie Kositz entwendet. Zu später Stunde machten sich die zwei Gäste auf den Weg und landeten mit dem fremden Wagen in der Leitschiene. Verletzt wurde niemand, 7500 Euro Sachschaden am Fiat. Man tischte Geschichten auf, wer gefahren sei, erzählte, es wäre jener mit Führerschein und ohne Alkoholisierung am Lenkrad gesessen. Der Kumpel hatte nämlich keine Fahrerlaubnis, dafür 0,86 Promille im Blut. Im Nachhinein plagte die Jungs offenbar das schlechte Gewissen und einer von ihnen bestätigte, dass er gefahren sei, und zwar mit einem geklauten Schlüssel. Dieses „Geständnis“ bewahrte Familie Kositz bei sich auf.

„Keine böse Absicht“

Die beiden Nachtschwärmer wurden nach dem Unfall wegen „Unerlaubten Gebrauchs von Fahrzeugen“ angeklagt. Die Situation war jedoch so unklar, dass sie in beiden Instanzen freigesprochen wurden. Die Urteile sind rechtskräftig. „Spätestens beim Oberlandesgericht hätten Sie Ihre ‚Bestätigung‘ vorlegen sollen“, begründet Richter Richard Gschwenter den Schuldspruch wegen falscher Beweisaussage. Das Verheimlichen von wichtigen Informationen ist ebenso strafbar wie lügen. „Mir ist aber klar, dass sie die Freunde ihres Angehörigen schützen wollten und sie keine böse Absicht hatten.“ Die zwei „geschützten Jungs“ müssen nun mit einer Wiederaufnahme ihres Verfahrens rechnen. Dann werden sie eventuell doch noch zur Kasse gebeten.