Mit einem gesunden Rücken lernen

Vorarlberg / 28.08.2013 • 20:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit einem gesunden Rücken lernen

Einschulung – Einstuhlung? Gut sitzen und tragen. Mit Tipps und Übungen gesund in den Schulalltag starten.

Bregenz. (VN-bem) In den ersten Wochen und Monaten ist für ABC-Schützen der Eintritt in den Schulalltag sicherlich ein starker Einschnitt und eine große Herausforderung – auch bezüglich Still­sitzen ­lernen und einen Schulranzen tragen. Konnten die ­Kleinen doch im Kindergarten wunderbar herumtollen und sich die meiste Zeit nach Lust und Laune frei bewegen.

„Kinder haben einen gesunden, kindlichen Bewegungsdrang. Über die Bewegung lernen sie ihre Umwelt kennen“, erklärt Sportwissenschafter Stephan Schirmer von der aks Gesundheitsvorsorge in Bregenz. Im Schulalltag erfordere nicht nur der Unterricht die Aufmerksamkeit der Kinder, sondern sie müssen sich auch konzentrieren stillzusitzen.

„Es gibt keine ideale Dauersitzhaltung. Bei einer starren Sitzhaltung ermüdet die Muskulatur, der Rücken rundet sich, der Kopf dreht nach oben und es gibt einen Knick in der Halswirbelsäule, die Organe sind beengt, die Bandscheibenbelastung nimmt zu und die Sauerstoffzufuhr ins Gehirn reduziert sich“, zeigt der Experte den Dominoeffekt zu einer einseitigen Sitzhaltung auf.

Im Gegensatz dazu empfiehlt er ein „dynamisches Sitzen“ und „Kippeln mit dem Stuhl“. Kinder würden dabei nicht unaufmerksamer am Unterricht teilnehmen, vielmehr bringe ein Wechsel der Arbeits- und Sitzposition eine Energieentladung mit sich.

Gesunder Rücken

„Die beste Vorsorge ist ein aktiver und bewegter Alltag des Kindes, da dieser für kräftige Muskeln und damit eine belastbare und stabile Wirbelsäule sorgt“, sagt Schirmer. Dazu gehöre auch der tägliche Schulweg entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Durch die Portion Bewegung am Morgen und mittags lässt es sich im Unterricht und bei den Hausaufgaben viel besser und länger konzentrieren.

Tipps wie man einem überlasteten Rücken vorbeugt:

» Sitzposition: Idealerweise sind die Möbel so gebaut, dass sie größen- und bewegungsgerecht sind; kein Zwang in eine starre Sitzhaltung. Die Füße reichen auf den Boden, die Oberschenkel finden unter der Tischplatte gut Platz und Unterarme und Hände können bequem auf dem Tisch aufliegen. Der Stuhl sollte kippelsicher sein.

» Abwechslung: Lernen heißt nicht nur sitzen; vieles lernt man leichter im Stehen oder in Bewegung (Einmaleins auf der Treppe) oder im Liegen (am Boden lesen). Nach alternativen Sitz- und Steharbeitsplätzen in der Wohnung suchen; oft tut es auch ein Schränkchen, das die richtige „Arbeitsstehhöhe“ hat. Der bewusste Wechsel der Position hat oft auch „geistig“ eine große Wirkung, da man die Dinge automatisch aus einer anderen Per­spektive betrachtet;

» Pausen: Bewegungspausen von der Lokomotive über den Hampelmann bis hin zum Radfahren (siehe Animation) zwischen den Hausaufgaben sorgen für eine gute Durchblutung und Erfrischung; dabei die Fenster öffnen für mehr Sauerstoff.

Die beste Vorsorge ist ein aktiver und bewegter Alltag des Kindes.

Stephan Schirmer

aks gesundheit, Rheinstraße 61, Bregenz, Tel. 05574/202-0,
www.aks.or.at

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