Prozess: Frau mit Schal hinter Auto hergeschleift

Vorarlberg / 28.08.2013 • 21:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Lenker freigesprochen, Beifahrer kam mit Geldbuße davon.

Feldkirch. (ec) Im Mai gerieten zwei Männer und eine 36-jährige Frau in Bregenz in Streit. Was mit einer verbalen Auseinandersetzung begann, endete beinahe mit fatalen Folgen. Die zwei Männer wurden wegen schwerer Körperverletzung angeklagt.

Wegen ihres gewagten Halsausschnitts riefen die Männer der Nachtschwärmerin „Schlamp“ nach und beschimpften sie. Daraufhin setzte sie sich zur Wehr, schimpfte heftig zurück und ging zur Beifahrerseite. Der Beifahrer öffnete die Türe und ergriff den Schal. Wie der Schal dann im Auto festhängte, konnte nicht festgestellt werden. Entweder der Mann hielt ihn weiterhin fest, oder das gestrickte Kleidungsstück verhedderte sich im Wagen. Jedenfalls fuhr der Fahrer, als die Ampel wieder auf Grün ging, los.

Die Frau lief noch einige Schritte mit, stürzte und wurde ein Stück mitgeschleift. „Ich hörte, wie der Reifen an meinem Ohr vorbeiknirschte“, erzählt sie von ihrer Angst, während das Auto sie beinahe überfuhr. Schlussendlich löste sich der Schal, und sie kam mit einigen Prellungen davon. Bezüglich des Beifahrers konnte man nicht sagen, ob er den Schal eventuell nur kurz erfasst hatte. Deshalb wurde seine Tatbeteiligung mittels Diversion gelöst. Das heißt: keine Vorstrafe, 800 Euro Geldbuße und 2000 Euro Schmerzengeld, dann ist der Fall für ihn voraussichtlich erledigt.

Dem Fahrer konnte keine Schuld nachgewiesen werden, er hat unter Umständen nichts mitbekommen. Er wurde freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.