Eine „Lügenolympiade“ vor Gericht

Vorarlberg / 01.10.2013 • 21:09 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bodybuilder soll mit Thaitabletten und Ampullen gehandelt haben.

feldkirch. (ec) Thaipillen und andere Dopingmittel – bei manchen Bodybuildern hoch im Kurs. Gestern saß ein 33-jähriger Muskelprotz deshalb vor Gericht. Er soll mit 450 Thaitabletten und fünf Ampullen „Galenikas“ gehandelt haben. Außerdem soll der zweifach wegen Körperverletzung und einmal wegen Raufhandels Vorbestrafte andere bedroht haben, damit sie ihre belastenden Aussagen zurückziehen.

Einer der Belastungszeugen machte gestern tatsächlich einen „Rückzieher“. Selbst kein Unbekannter vor Gericht, appellierte er gestern an den „Gerechtigkeitssinn“ von Richter Wilfried Marte. „Der Angeklagte darf nicht ins Gefängnis, er ist unschuldig“, meinte er. Die belastenden Aussagen seien alle erfunden, er habe den Mann damals nur hineinreiten wollen.

Eingeschüchtert

Die eigene Schwester gab im Zeugenstand an: „Er soll einfach mit den Drohungen aufhören, er hat mich früher immer verschlagen, ich habe Angst.“

„Verwechslung“

Ein anderer Zeuge – er wartete aus Angst weitab des Saales – soll nach einer belastenden Aussage vor der Polizei im Nachhinein via SMS eingeräumt haben, „Oh sorry – es war eine Verwechslung“.

Ob der 33 Jahre alte Angeklagte nun wirklich ungeschoren davonkommt, weil alles nur ein Irrtum und eine Lüge war, wird sich zeigen. Der Prozess wurde vertagt.

Er soll einfach mit den Drohungen aufhören. Er hat mich früher immer verschlagen. Ich habe Angst.

Schwester des Angeklagten

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