Künftig mit 2000 Watt leben

Vorarlberg / 01.10.2013 • 21:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit dem Kraftwerk am Illspitz erschließt die Stadt Feldkirch erneuerbare Energiequellen. Im kommenden Jahr soll Strom ins Netz eingespeist werden. Foto: sm
Mit dem Kraftwerk am Illspitz erschließt die Stadt Feldkirch erneuerbare Energiequellen. Im kommenden Jahr soll Strom ins Netz eingespeist werden. Foto: sm

Feldkirch startet mit neun Städten der Bodensee­region Info-Kampagne zum Umgang mit Energie.

feldkirch. (VN-doh) „Wir leben in einer 2000-Watt-Gesellschaft“: Unter diesem Motto wollen zehn Städte in der Bodenseeregion den sparsamen Umgang mit Energie vermitteln. Hinter der Idee der 2000-Watt-Gesellschaft steht die Kernbotschaft, dass gut ­leben künftig mit weniger Energie gelingen muss. Watt ist die physikalische Einheit für die Leistung. Derzeit verbraucht jeder von uns im Schnitt 6500 Watt, in den USA sind es gar 12.000 und in Bangladesch nur 500 Watt.

Forscher der Technischen Hochschule Zürich haben ermittelt, dass jedem Erdenbürger rechnerisch 2000 Watt zustehen. Ein Energieverbrauch, mit dem auch unsere Erde leben könnte. Die gute Nachricht: Zwei Drittel weniger Energieverbrauch bedeutet nicht zwei Drittel weniger Genuss und Lebensfreude.

2000 Watt, das klingt also vielversprechend. Aber wie kann das funktionieren? Die Vertreter aus den Städten Arbon, Feldkirch, Gossau, Konstanz, Radolfzell, Schaffhausen, Singen, St. Gallen, Überlingen und Winterthur tauschten sich in Feldkirch darüber aus. Klar ist, dass die Städte in ihrer Infrastruktur als Anbieter von Verkehrsmitteln oder erneuerbarer Energie viel Sparpotenzial haben. Passivhaus-Standard von öffentlichen Gebäuden, das Geothermie-Projekt in St. Gallen oder das Kraftwerk am Illspitz sind Beispiele, die umgesetzt werden. „Die Schlüsselrolle fällt aber auf die einzelnen Bürger“, erklärte Feldkirchs Bürgermeister Wilfried Berchtold. Hier setzt die von der EU geförderte Info-Kampagne „Wir leben 2000 Watt“ an. Nicht verbieten, sondern für die Bereiche Ernährung, Konsum, Wohnen und Mobilität sensibilisieren. Woher kommt mein Essen, muss ich mit dem Auto fahren, brauche ich wieder das neueste Smart­phone? Fragen, auf die es in der Broschüre die passenden Antworten für ein 2000-Watt-Leben gibt.

Zwei Drittel des Verbrauchs einzusparen ist ein ambitioniertes Ziel, auch wenn der Zeitrahmen bis 2050 relativ groß scheint. Ein Ziel, das aber möglich sei, und ein Erfolg, wenn die Botschaft ankommt, dass wir mehr verbrauchen, als uns zusteht, und wir das selbst ändern können, ohne das Leben auf den Kopf zu stellen.

Infos zum Projekt unter
www.wirleben2000Watt.com

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