Bewährungsstrafen für junges Drogen-Ehepaar

Vorarlberg / 02.10.2013 • 21:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Familie an Cannabis­sucht zerbrochen, 28-Jährige schwer erkrankt.

feldkirch. Angefangen hat es wie bei vielen anderen auch. Einen Joint am Wochenende. Dann immer häufiger. Man kaufte in Göfis ein paar Stecklinge und zog in der eigenen Wohnung anfangs fünf, später bis zu 13 Hanfpflanzen. Das Ehepaar erntete und gab den Stoff auch weiter. Die zwei selbst rauchten exzessiv und merkten nicht, wie sie immer tiefer in die Sucht abglitten. Die 28-jährige Mutter einer kleinen Tochter arbeitete anfangs noch in 12-Stunden-Schichten und verdiente gutes Geld. Zum Schluss war sie nur noch ein Wrack, kaputt vom Marihuana. Die Ehe ging in die Brüche.

Sechs Kilo „Stoff“

Insgesamt geht es bei den beiden um sechs Kilo Marihuana, vier davon haben die beiden selbst geraucht. Bei der Frau verursachte der Drogenmissbrauch eine schwere Psychose. „Das ist wenig bekannt, kommt aber häufig vor“, so Verteidiger Martin Rützler.

Schwere Depressionen

Wie viele andere Betroffene wurde auch die 28-Jährige von schweren Depressionen, Gedächtnisverlust und Anfällen heimgesucht. Sie wurde stationär im Spital behandelt, dann entlassen, bis der nächste Anfall sie zu einem weiteren Spitalsaufenthalt zwang. Lange schwebte im Raum, ob sie ihr Kind überhaupt behalten kann. Derzeit scheint sie auf einem guten Weg zu sein. „Derartige Psychosen können allerdings Jahre, wenn nicht lebenslang dauern“, weiß auch Alexander Wirth, Anwalt des Ehemannes.

Glück gehabt

Angefangen mit dem Drogenanbau hat eigentlich der Ehemann. Die junge Frau ist hineingeschlittert. Beide waren bislang unbescholten. Richter Wilfried Marte verhängt Bewährungsstrafen im Ausmaß von 15 Monaten für den Mann und 12 Monaten für die Frau. Der Mann muss 3600 Euro Strafe bezahlen, die Frau 1200. Die aus dem Verkauf gewonnenen 4700 Euro werden eingezogen.

„Das Geständnis und dass Sie den Stoff vorwiegend durch Eigenkonsum verbraucht haben, wirkte sich mildernd aus“, heißt es in der Urteilsbegründung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Derartige Psychosen können allerdings Jahre, wenn nicht sogar lebenslang dauern.

alexander Wirth, anwalt

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