Moretti und der Vorarlberger Dialekt

Vorarlberg / 02.10.2013 • 17:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Moretti und der Vorarlberger Dialekt

In „Alles Fleisch ist Gras“ verkörpert Tobias Moretti den Polizisten Nathanael Weiß.

Dornbirn. (VN-tag) Die Dreharbeiten zu Reinhold Bilgeris Krimi „Alles Fleisch ist Gras“ nach dem gleichnamigen Roman des Vorarlberger Autors Christian Mähr laufen auf Hochtouren. Noch bis 15. Oktober dreht das 35-köpfige Filmteam an verschiedenen Schauplätzen in Vorarlberg. Schauspieler Tobias Moretti spricht im VN-Interview über den Reiz seiner Rolle, die Zusammenarbeit mit Reinhold Bilgeri und den Vorarlberger Dialekt.

Worin liegt für Sie der besondere Reiz, den Polizisten in „Alles Fleisch ist Gras“ zu spielen?

Moretti: Zuallererst muss ich sagen, dass mich der Roman von Christian Mähr sehr beeindruckt hat. Er erzählt eine wirklich außergewöhnliche, absurde und abstrakte Geschichte, in der ein Kommissar irgendwann selbst zu morden beginnt. Das fand ich eine spannende Herausforderung. Weiters weiß man nie genau, wohin die Geschichte führen wird – das hat mich fasziniert.

Wie haben Sie reagiert, als Sie erfahren haben, dass der Film im Vorarlberger Dialekt gedreht wird?

MorettI: Das ist eigentlich mein Waterloo. Als Tiroler kann ich nun nie wieder heim (lacht). Nein, ich habe das eigentlich lange verdrängt, bis einen Tag vor Drehbeginn. Erst da habe ich mich wirklich damit auseinandergesetzt. Ich bin anfangs immer ins Schweizerdeutsche gefallen. Aber ich glaube, dass ich nun den Dreh raus habe.

Hat Ihnen Ihre Frau, die ja aus Vorarlberg kommt, dabei geholfen?

Moretti: Ich habe das anfangs versucht, aber eigentlich kann man da nichts abhören, weil sie ein ganz anderes Wesen hat, als die Figur, die ich spiele. Ich musste da einen eigenen Ansatz finden. Reinhold hat uns dann aber immer wieder Tipps gegeben.

Was ist für Sie das Besondere an der Zusammenarbeit mit Reinhold Bilgeri?

Moretti: Er ist sehr präzise und genau in seiner Vorbereitung und hört unglaublich gut zu. Er ist ein Mensch, der nie aufhört, neugierig zu sein. Ich freue mich sehr, dass ich mit so einem tollen Team zusammenarbeiten darf. Und, wenn wir schon dabei sind, möchte ich mich gleich auch für den Kärntner Krimi anmelden. (lacht)

Wie bereiten Sie sich für Ihre jeweiligen Rollen vor?

Moretti: Das ist unterschiedlich. Manchmal hat man einen schnelleren Zugang und manchmal ist es schwieriger, sich in die Figur hineinzufühlen. So ist auch die Vorbereitung immer verschieden.

Wie war es bei der Figur Nathanael Weiß in „Alles Fleisch ist Gras“?

Moretti: Das war anfangs wirklich schwierig für mich, weil ich mich überhaupt nicht mit Nathanael identifizieren konnte. Die Figur selber hat mich wahnsinnig fasziniert, aber ich hab mich darin einfach nicht erkannt. Man stellt sich dann die Frage: Wo setzt man an? Wo hakt man am besten ein? Irgendwann wächst man dann in die Figur rein und bekommt ein gewisses Rollenselbstbewusstsein. Nathanael Weiß darf ja in diesem Film alles, nur nicht zweifeln. Da muss man selbstbewusst sein.

Das ist mein Waterloo. Als Tiroler kann ich nun nie wieder heim.

Tobias Moretti

Zur Person

Tobias Moretti

Theater- und Filmschauspieler

Geboren: 11. Juli 1959

Laufbahn: zahlreiche Spielfilme und Serien, große Bekanntheit erlangte er mit der Krimiserie „Kommissar Rex“

Familie: verheiratet mit der Bregenzerin Julia Moretti, drei Kinder

„Alles Fleisch ist Gras“ soll im Frühjahr 2014 ausgestrahlt werden

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