Neue Tarife: Günstiger, aber auch weniger flexibel

Vorarlberg / 02.10.2013 • 18:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
edited by Zsolt

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Das neue Tarifsystem des Verkehrsverbunds punktet mit günstigen Preisen. Einschränkungen bei Flexibilität.

Schwarzach. (VN-mig) Vieles wird günstiger, einiges einfacher und besser, manch liebgewonnene Möglichkeit fällt indes weg – das neue Tarifsystem des Verkehrsverbundes Vorarlberg, das mit nächstem Jahr in Kraft tritt, birgt auch einige Verschlechterungen, wie eine VN-Analyse zeigt.

So sind Jahreskarten mit dem neuen Tarif nicht mehr übertragbar. Bisher war das anders. Senioren konnten ihre Jahreskarten etwa an andere Senioren weitergeben. Auch Firmen und Gemeinden haben übertragbare Jahreskarten angeschafft. Christian Hillbrand, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Vorarlberg, begründet das Ende der übertragbaren Jahreskarte mit der fehlenden Sicherheit für Kunden bei Verlust des Tickets. „Ging bisher eine Karte verloren, musste eine neue gekauft werden. Bei personalisierten Karten ist das anders.“ Schon jetzt hätten sich aus diesem Grund viele für personalisierte Jahreskarten entschieden. Für Gemeinden, Familien und Firmen wurden Alternativ-Lösungen ausgearbeitet. Senioren profitieren davon allerdings nicht, räumt Hillbrand ein.

Deutlich günstigere Tarife

Eine Verschlechterung, die der Verkehrsverbund mit insgesamt deutlich günstigeren Tarifen rechtfertigt. So rechnet Geschäftsführer Hillbrand gegenüber den VN vor, dass ein Pensionisten-Paar in Zukunft zwei personalisierte Jahreskarten für 512 Euro bekomme, bisher gab es eine Karte für 416 Euro.

Wegfallen wird mit dem neuen Tarifsystem auch der Sparpreis für Einzel-, Tages-, Wochen- oder Monatskarten. Ihn wird es nur mehr auf Jahreskarten geben, bestätigt Hillbrand. Man wolle die Leute stärker zu Stammkunden machen. „Die Nutzung von Bus und Bahn soll zur Selbstverständlichkeit werden“, so der Verkehrsverbund-Geschäftsführer.

Der attraktive Preis von 365 Euro für das maximo-Jahresticket ist das Hauptargument. Der Sparpreis für einzelne Personengruppen reduziert den Betrag noch einmal um rund 30 Prozent. Bezieher einer Ausgleichszulage erhalten die Jahreskarte um 192 Euro. „Die neuen Preise sind so niedrig, dass wir damit rechnen, dass die meisten relativ regelmäßig fahren werden“, so Hillbrand.

Den Preisvorteil zum bisherigen System beziffert der Verkehrsverbund Vorarlberg mit bis zu 38 Prozent für die Jahreskarte. Zudem sei das neue System deutlich einfacher und übersichtlicher. Die attraktiveren Jahreskarten sollen indirekt auch zu einer verbesserten Pünktlichkeit beitragen, da der Verkauf von Fahrkarten im Bus zurückgehe, heißt es weiter.

Bus und Bahn fahren soll zur Selbstverständlichkeit werden.

Christian Hillbrand

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