Sechs Monate sind zuwenig

Vorarlberg / 02.10.2013 • 20:37 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Grün, Rot und Blau einig: Dem Land könnte medizinisches Versorgungsproblem drohen.

bregenz. (VN-hrj) Ziemlich heftig diskutiert wurde gestern im Landtag das Thema „Sicherstellung der hausarztbasierten medizinischen Primärversorgung, Verlängerung und Finanzierung von Lehrpraxen“. Der Antrag war von den Grünen gestellt worden.

Katharina Wiesflecker kritisierte vor allem die hierzulande nur sechs Monate dauernde Lehrpraxis. „In den meisten anderen Staaten dauert die Praxisausbildung für Ärzte viel länger.“ Die grüne Abgeordnete wies darauf hin, dass der Nachwuchs in Spitälern sichergestellt werde, „aber im niedergelassenen Bereich steuern wir auf einen Ärztemangel zu“. Und das sei nicht nur ein Problem im hinteren Bregenzerwald, sondern auch in den Städten. Wiesflecker ist überzeugt, „dass eine Ausbildungsschiene mit mehr Praxisorientierung vielversprechend ist“. Der FPÖ-LAbg. Hubert Kinz gab ihr recht und forderte eine Verlängerung der Praxisausbildung auf 18 Monate.

Auch Frauenärztin Gabi Sprickler-Falschlunger (SPÖ) meinte, nach nur sechs Monaten Lehrpraxis könne man nicht als Allgemeinmediziner starten. „In der freien Praxis betreuen wir schwer kranke Menschen. Das geht bis zur Pflegeorganisation und Angehörigenbetreuung. Als Turnusarzt in einer Ambulanz lernt man das alles nicht.“ Sie habe immerhin 30 Jahre Erfahrung als Allgemeinärztin. Turnusärzte seien in erster Linie Systemerhalter und dann Auszubildende. „In der Lehrpraxis ist das umgekehrt“, so Sprickler-Falschlunger, „und das ist der Unterschied“. Sie machte Landesrat Christian Bernhard (ÖVP) darauf aufmerksam, nicht nur für die Gesundheitsversorgung in den Spitälern zuständig zu sein, sondern auch im niedergelassenen Bereich.

Eigenes Lehrpraxis-Modell

Laut Landesrat Bernhard liege die Entscheidung beim Gesundheitsministerium.

Aber „wird man sich beim Bund nicht einig, überlegen wir uns ein eigenes Lehrpraxis-Modell in Vorarlberg“.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.