Das „Viermalvier“ der Winterreifen

Vorarlberg / 07.10.2013 • 22:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

4×4: Vier Millimeter Profil, vier Jahre alt und alle vier Räder – ab November sind Winterreifen gefordert.

Schwarzach. (VN-mig) Zum Wochenende hin wird es kalt. Der erste Schnee ist angekündigt. Auch wenn die „situative Winterreifenpflicht“ erst am 1. November in Kraft tritt, sollten sich Vorarlbergs Autofahrer schon jetzt mit dem Thema Winterreifen auseinandersetzen. „Bei Fahrbahntemperaturen um die fünf Grad sollte man nicht mehr mit Sommerreifen herumfahren“, so Experte Jürgen Wagner vom ÖAMTC Vorarlberg.

Das „Viermalvier“ der Winterreifen gilt als Faustregel dafür, ob die alten Gummis für den nächsten Winter noch gut genug sind: Voraussetzung sind vier Millimeter Profiltiefe, Winterreifen auf allen vier Rädern und ein Maximal-Alter der Reifen von vier Jahren. „Mit den Jahren wird der Gummi hart. Die Lamellenhaftung geht verloren“, erklärt Wagner.

Gute Testergebnisse

Wer neue Reifen braucht, sollte noch vor dem großen Ansturm in den Fachhandel, rät der ÖAMTC. Das Angebot an neuen Produkten ist riesig. Der große Winterreifentest des Autofahrerklubs soll bei der Reifenwahl helfen. Insgesamt haben die Testexperten 32 aktuelle Winterreifen auf Herz und Nieren geprüft. „Die meisten davon Markenprodukte“, so Jürgen Wagner, der von einem guten Testergebnis spricht. „Die Hersteller entwickeln die Produkte intensiv weiter.“ So seien nur vier Reifen mit einem „Nicht empfehlenswert“ durchgefallen. 27 Reifen erhielten ein „sehr empfehlenswert“ bzw. ein „empfehlenswert“ (siehe Grafik oben).

Die Tester haben großes Augenmerk auf die Eigenschaften der Winterreifen auf nasser Straße gelegt. „Das ist die Fahrbahnsituation, wie wir sie bei uns am häufigsten antreffen“, sagt Jürgen Wagner. Gewachsen sind in den letzten Jahren die Reifendimensionen. Kleinwagen wie ein VW Polo fahren mittlerweile auf 15-Zollrädern (früher 14 Zoll). Und das ist gut so. „Die Lamellentechnik lebt davon, dass viel Reifenfläche Bodenkontakt hat“, so der ÖAMTC-Experte im VN-Gespräch.

Gewertet wurde im Winterreifentest des ÖAMTC in zwei Reifendimensionen. Bei den 15-Zoll-Reifen ging der Testsieg an Continental. Er erzielte, so die Testjury, Bestwerte sowohl bei Nässe als auch auf Schnee. In die Beurteilung sind auch der Kraftstoffverbrauch und der Verschleiß mit eingeflossen. Schlusslicht in dieser Reifenkategorie: der Marangoni 4 Winter E+ mit großen Schwächen bei Nässe.

Continental als Doppelsieger

Continental ging mit dem Conti/Wintercontact TS 850 auch bei den 17-Zoll-Reifen als Sieger hervor. Bestwerte erzielte der Reifen auf Schnee. Am schlechtesten abgeschnitten hat der Sallun Ice Blazer WSL-2.

Markenreifen haben ihren Preis. Auch wenn bei Sicherheit nicht gespart werden sollte, sind die teuren Gummis nicht für jeden erschwinglich. Beim ÖAMTC empfiehlt man deshalb, im Fachhandel nach Alternativ-Produkten zu fragen. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der heimische Handel sehr gut aufgestellt ist und auch preislich attraktive Alternativen zu bieten hat“, so Jürgen Wagner.

Gleichzeitig warnt der Autofahrerklub davor, ein Billigprodukt im Internet ohne entsprechende Beratung zu bestellen.

Bei Nässe und Kälte sind Sommerreifen überfordert.

Jürgen Wagner, ÖAMTC