Wo bunte Wiesen-Vielfalt herrscht

Vorarlberg / 07.10.2013 • 21:01 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Die Magerwiese „Auenfeld“ (Petra Jochum) überzeugte die Jury durch ihre Ursprünglichkeit, Artenvielfalt und ihren Blütenreichtum. Fotos: UMG Grabher, VN/Hartinger (18)
Die Magerwiese „Auenfeld“ (Petra Jochum) überzeugte die Jury durch ihre Ursprünglichkeit, Artenvielfalt und ihren Blütenreichtum. Fotos: UMG Grabher, VN/Hartinger (18)

Wiesenmeisterschaft 2013: 19 Betriebe im Land wurden für ihren Einsatz ausgezeichnet.

Bregenz. (VN-sas) Vorarlberg zeichnet sich durch seine enorme Landschaftsvielfalt aus. Die Erhaltung eben dieser ist allerdings keine „gmahte Wiesn“, sondern nur durch engagierte Personen möglich: Personen, die aus Vorarlbergs Wiesen Stätten der Erholung und Kraftquellen zaubern.

Um die Leistung der Bauern deutlich zu machen sowie zugleich hervorzustreichen, dass nur eine standortangepasste Nutzung die Lebensräume der Pflanzen- und Tierwelt bewahren kann, veranstaltet das Land Vorarlberg in Kooperation mit dem Vorarlberger Naturschutzrat und der Initiative „Grünes Vorarlberg“ jährlich die Wiesenmeisterschaft. Gestern Nachmittag war es wieder soweit – im Landhaus wurde zur großen Verleihung geladen. „Gerade in der Natur findet man das, was man im Alltag oft nicht findet. Nicht umsonst sieht man immer mehr Menschen in der Natur, die ihre Schönheit schätzen und erleben wollen“, unterstrich etwa Landesrat Erich Schwärzler in seiner Rede. „Und der Verdienst dieser Naturjuwele geht an die Bauern. Sie erhalten schließlich diese Vielfalt.“

Die Wiesenmeisterschaft wird in Vorarlberg seit nunmehr elf Jahren durchgeführt. In diesem Jahr wurden 19 vorbildliche Betriebe ausgezeichnet. Die Idee der Meisterschaft geht auf Professor Georg Grabherr, Vorsitzender des Vorarlberger Naturschutzrates, zurück.

Vorarlberg als Vorreiter

Im Jahr 2002 wurde die Wiesenmeisterschaft europaweit als erster Wettbewerb dieser Art durchgeführt. Zwischenzeitlich gibt es auch in anderen Ländern – etwa in Baden-Württemberg, der Schweiz oder auch im Südtirol – Nachfolgeprojekte. Die Wiesenmeisterschaft ist keinesfalls ein Mähwettbewerb, sondern die Würdigung eines geschickten Naturschutzmanagements von guten und leistungsfähigen landwirtschaftlichen Betrieben.

Konrad Stark, BlonsKategorie EinzelwieseMagerwiese „Studer-Oben“Artenreiche Trespenwiesen, durchsetzt mit kleinen Kalkflachmooren, bilden einen vielgestaltigen Lebensraum, dessen Erhaltung mit großem Aufwand verbunden ist.
Konrad Stark, Blons
Kategorie Einzelwiese
Magerwiese „Studer-Oben“
Artenreiche Trespenwiesen, durchsetzt mit kleinen Kalkflachmooren, bilden einen vielgestaltigen Lebensraum, dessen Erhaltung mit großem Aufwand verbunden ist.
Josef Bitschnau, BartholomäbergKategorie EinzelwieseMagerwiese „Heimat“Der bunt blühende Kalkhalbtrockenrasen auf dem wärmegetönten Südhang in der Parzelle Lutt ist wichtiger Lebensraum für die Tierwelt und eine echte Bereicherung des Landschaftsbildes.
Josef Bitschnau, Bartholomäberg
Kategorie Einzelwiese
Magerwiese „Heimat“
Der bunt blühende Kalkhalbtrockenrasen auf dem wärmegetönten Südhang in der Parzelle Lutt ist wichtiger Lebensraum für die Tierwelt und eine echte Bereicherung des Landschaftsbildes.
Stefan Küng, RaggalKategorie EinzelwieseMagerwiese „Garfülla“Extensive Magerwiesennutzung erhält auf dem stark kupierten Hang ein abwechslungsreiches Mosaik aus arten- und orchideenreichen Rotschwingel-Straußgraswiesen unterschiedlicher Prägung.
Stefan Küng, Raggal
Kategorie Einzelwiese
Magerwiese „Garfülla“
Extensive Magerwiesennutzung erhält auf dem stark kupierten Hang ein abwechslungsreiches Mosaik aus arten- und orchideenreichen Rotschwingel-Straußgraswiesen unterschiedlicher Prägung.
Innerzuger Alpe, Annemarie Kaufmann, Lech (1500 – 2100 m Seehöhe)Preis für besondere Artenvielfalt der Vorarlberger WiesenmeisterschaftDie Innerzuger Alpe besticht durch ihre vielfältigen Kalkmagerrasen mit ihrer charakteristisch bunten Alpenflora, die von lockeren Latschengruppen und Alpenrosenheiden durchsetzt sind. In Gunstlagen sind gehaltvolle, artenreiche Kammgrasweiden, in höheren Lagen sehr ursprüngliche Milchkrautweiden ausgebildet. Das schwierige Gelände und die große Höhenerstreckung der Weideflächen erfordern einen hohen Arbeitseinsatz der Bewirtschafter.
Innerzuger Alpe, Annemarie Kaufmann, Lech (1500 – 2100 m Seehöhe)
Preis für besondere Artenvielfalt der Vorarlberger Wiesenmeisterschaft
Die Innerzuger Alpe besticht durch ihre vielfältigen Kalkmagerrasen mit ihrer charakteristisch bunten Alpenflora, die von lockeren Latschengruppen und Alpenrosenheiden durchsetzt sind. In Gunstlagen sind gehaltvolle, artenreiche Kammgrasweiden, in höheren Lagen sehr ursprüngliche Milchkrautweiden ausgebildet. Das schwierige Gelände und die große Höhenerstreckung der Weideflächen erfordern einen hohen Arbeitseinsatz der Bewirtschafter.
Margret Fritz und Ewald Marte, ZwischenwasserKategorie EinzelwieseMagerwiese „Moos“Variierende Bodennässe schafft ein kleinräumiges Nebeneinander unterschiedlicher Pflanzengemeinschaften: bunte Trespenwiesen wechseln mit kleinflächigen Kalkflachmooren.
Margret Fritz und Ewald Marte, Zwischenwasser
Kategorie Einzelwiese
Magerwiese „Moos“
Variierende Bodennässe schafft ein kleinräumiges Nebeneinander unterschiedlicher Pflanzengemeinschaften: bunte Trespenwiesen wechseln mit kleinflächigen Kalkflachmooren.
Josef Battlogg, BartholomäbergKategorie GesamtbetriebDer Betrieb ist durch eine ausgewogene Artenzusammensetzung der produktiven Futterwiesen in Kombination mit ausgesprochen artenreichen Magerwiesen und intakten Feuchtwiesen ausgezeichnet.
Josef Battlogg, Bartholomäberg
Kategorie Gesamtbetrieb
Der Betrieb ist durch eine ausgewogene Artenzusammensetzung der produktiven Futterwiesen in Kombination mit ausgesprochen artenreichen Magerwiesen und intakten Feuchtwiesen ausgezeichnet.
Viehweide Rheinholz, Alois Meier, GaißauKategorie SonderprogrammDie gemeinschaftlich beweideten Feuchtflächen im Rheinholz beherbergen eine Vielzahl an sehr seltenen und stark gefährdeten botanischen Kostbarkeiten wie beispielsweise Gnadenkraut, Wassernabel oder Gelbes Zyperngras.
Viehweide Rheinholz, Alois Meier, Gaißau
Kategorie Sonderprogramm
Die gemeinschaftlich beweideten Feuchtflächen im Rheinholz beherbergen eine Vielzahl an sehr seltenen und stark gefährdeten botanischen Kostbarkeiten wie beispielsweise Gnadenkraut, Wassernabel oder Gelbes Zyperngras.
Josef Wachter, GaschurnKategorie EinzelwieseMagerwiese „Gawatsch“Trotz schwierigem Gelände und fehlender Zufahrt wird diese artenreiche Rotschwingel-Straußgraswiese noch in mühevoller Handarbeit gemäht, während angrenzende Wiesen bereits wieder verwaldet sind.
Josef Wachter, Gaschurn
Kategorie Einzelwiese
Magerwiese „Gawatsch“
Trotz schwierigem Gelände und fehlender Zufahrt wird diese artenreiche Rotschwingel-Straußgraswiese noch in mühevoller Handarbeit gemäht, während angrenzende Wiesen bereits wieder verwaldet sind.
Walter Bernhard, LudeschKategorie EinzelwieseMagerwiese „Bovel“Traditionelle Magerwiesennutzung erhält einen außergewöhnlich vielfältigen Halbtrockenrasen im NATURA 2000 Gebiet Ludescherberg und leistet einen wichtigen Beitrag zur Pflege dieser reizvollen Kulturlandschaft.
Walter Bernhard, Ludesch
Kategorie Einzelwiese
Magerwiese „Bovel“
Traditionelle Magerwiesennutzung erhält einen außergewöhnlich vielfältigen Halbtrockenrasen im NATURA 2000 Gebiet Ludescherberg und leistet einen wichtigen Beitrag zur Pflege dieser reizvollen Kulturlandschaft.
Martin und Daniel Nigg, SchnifisKategorie EinzelwieseMagerwiese „Hensler“Die blumenreiche Borstgraswiese auf dem reich gegliederten Südhang ist eine Bereicherung der bäuerlich geprägten Kulturlandschaft am Hensler.
Martin und Daniel Nigg, Schnifis
Kategorie Einzelwiese
Magerwiese „Hensler“
Die blumenreiche Borstgraswiese auf dem reich gegliederten Südhang ist eine Bereicherung der bäuerlich geprägten Kulturlandschaft am Hensler.
Alpe Diesnerberg, Norbert Eller, Sonntag (1550 – 2050 m Seehöhe)Preis für Weidemanagement der Vorarlberger WiesenmeisterschaftDie ausgesprochen artenreichen Weideflächen der Alpe Diesnerberg erstrecken sich über den Talschluss des Gadentals im Karstgebiet des Diesner Gschröfs. Die steilen Hänge werden von bunten Kalkmagerrasen eingenommen, unterbrochen von artenreichen Borstgrasweiden. Die Bewirtschaftung ist sehr arbeitsintensiv. Ein ausgeklügeltes Weidesystem sowie konsequente Weidepflege erhalten produktive, artenreiche Alpweiden.
Alpe Diesnerberg, Norbert Eller, Sonntag (1550 – 2050 m Seehöhe)
Preis für Weidemanagement der Vorarlberger Wiesenmeisterschaft
Die ausgesprochen artenreichen Weideflächen der Alpe Diesnerberg erstrecken sich über den Talschluss des Gadentals im Karstgebiet des Diesner Gschröfs. Die steilen Hänge werden von bunten Kalkmagerrasen eingenommen, unterbrochen von artenreichen Borstgrasweiden. Die Bewirtschaftung ist sehr arbeitsintensiv. Ein ausgeklügeltes Weidesystem sowie konsequente Weidepflege erhalten produktive, artenreiche Alpweiden.
Gerhard Dünser, DornbirnKategorie GesamtbetriebDie mäßig intensive Wiesennutzung fördert sehr stabile, blumenreiche Gold- und Glatthaferwiesen. Ein wertvolles Kalkflachmoor auf Rickatschwende wird als Streuwiese genutzt.
Gerhard Dünser, Dornbirn
Kategorie Gesamtbetrieb
Die mäßig intensive Wiesennutzung fördert sehr stabile, blumenreiche Gold- und Glatthaferwiesen. Ein wertvolles Kalkflachmoor auf Rickatschwende wird als Streuwiese genutzt.
Ingrid und German Matt, LaternsKategorie EinzelwieseStreuwiese „Streuemahd“Das vielfältige Kalkflachmoor mit schönen Beständen der Rostroten Kopfbinse auf dem Südhang von Oberbonacker wird durch die traditionelle Streuwiesennutzung erhalten.
Ingrid und German Matt, Laterns
Kategorie Einzelwiese
Streuwiese „Streuemahd“
Das vielfältige Kalkflachmoor mit schönen Beständen der Rostroten Kopfbinse auf dem Südhang von Oberbonacker wird durch die traditionelle Streuwiesennutzung erhalten.
Egon Schneider, LechKategorie EinzelwieseGoldhaferwiese „Hinteres Guat“Die Goldhaferwiese auf den steilen Südhängen am Ortseingang von Zug ist ein positives Beispiel für eine nachhaltige Berglandwirtschaft.
Egon Schneider, Lech
Kategorie Einzelwiese
Goldhaferwiese „Hinteres Guat“
Die Goldhaferwiese auf den steilen Südhängen am Ortseingang von Zug ist ein positives Beispiel für eine nachhaltige Berglandwirtschaft.
Michael Gassner, St. GeroldKategorie EinzelwieseGlatthaferwiese „Summer“In dieser Glatthaferwiese mit charakteristischem Artengefüge ist zudem ein schöner und ökologisch wertvoller Streuobstbestand erhalten.
Michael Gassner, St. Gerold
Kategorie Einzelwiese
Glatthaferwiese „Summer“
In dieser Glatthaferwiese mit charakteristischem Artengefüge ist zudem ein schöner und ökologisch wertvoller Streuobstbestand erhalten.
Josef Hartmann, Agrargemeinschaft Hintere Bödmen, FontanellaKategorie EinzelflächeStreuwieseDer großflächig als Streuwiese genutzte Kalkflachmoorkomplex der Alpe Hintere Bödmen beherbergt unterschiedliche Feuchtwiesentypen, die Lebensraum für eine Vielzahl botanischer Raritäten sind.
Josef Hartmann, Agrargemeinschaft Hintere Bödmen, Fontanella
Kategorie Einzelfläche
Streuwiese
Der großflächig als Streuwiese genutzte Kalkflachmoorkomplex der Alpe Hintere Bödmen beherbergt unterschiedliche Feuchtwiesentypen, die Lebensraum für eine Vielzahl botanischer Raritäten sind.
Petra Jochum, SchröckenKategorie EinzelwieseMagerwiese „Auenfeld“Die ausgedehnte Magerwiese ist Teil der weitläufigen, traditionell genutzten Wiesenlandschaft im Auenfeld. Sie besticht durch Ursprünglichkeit, Artenvielfalt und Blütenreichtum.
Petra Jochum, Schröcken
Kategorie Einzelwiese
Magerwiese „Auenfeld“
Die ausgedehnte Magerwiese ist Teil der weitläufigen, traditionell genutzten Wiesenlandschaft im Auenfeld. Sie besticht durch Ursprünglichkeit, Artenvielfalt und Blütenreichtum.
Stefan Kinzel, RiezlernKategorie EinzelwieseMagerwieseDie Bewirtschaftung der extrem steilen Magerwiese bei Schwand in Riezlern ist die Voraussetzung für den Fortbestand dieser vielfältigen Rotschwingel-Straußgraswiese und zugleich mit arbeitsintensiver Handarbeit verbunden.
Stefan Kinzel, Riezlern
Kategorie Einzelwiese
Magerwiese
Die Bewirtschaftung der extrem steilen Magerwiese bei Schwand in Riezlern ist die Voraussetzung für den Fortbestand dieser vielfältigen Rotschwingel-Straußgraswiese und zugleich mit arbeitsintensiver Handarbeit verbunden.