Alleinherrschertum hat für Grüne ausgedient

Vorarlberg / 08.10.2013 • 19:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Grüne analysierten ihr Abschneiden bei NR-Wahl. Und rüsten sich für Landtagswahl 2014.

Bregenz. (VN-tw) Im Gegensatz zur Vorarlberger Volkspartei, die laut LH Markus Wallner ihre Wählerschaft zu wenig mobilisieren konnte, freuen sich Vorarlbergs Grüne. „Angesichts der Tatsache, dass die NEOS bei uns dreizehn Prozent der Stimmen machten und wir ähnliche Wählergruppen ansprachen, ist unser Ergebnis von 17 Prozent ausgezeichnet. Uns ist die Mobilisierung sogar sehr gut gelungen“, betonte Katharina Wiesflecker nach der Vorstandssitzung der Grünen im Gespräch mit den VN.

„Politisches Establishment“

Warum konnten die NEOS dennoch im Wählerteich der Grünen nach Stimmen fischen? „Weil sie neu sind, wir gehören bereits zum politischen Establishment. Außerdem sprechen die NEOS die Selbstverantwortung an, wir eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung“, sagt Wiesflecker als Stellvertreterin von Klubobmann Johannes Rauch, welcher sich derzeit eine sechswöchige Auszeit von der Politik gönnt (die VN berichteten). Und: „Bei uns Grünen wird oft nur der Zeigefinger gesehen, wichtig wäre aber zu erkennen, wohin der Zeigefinger zeigt, wie beispielsweise bei Bildungschancen für alle Kinder. Das wollten wir eigentlich vermitteln.“ Was das erklärte Wahlziel der Vorarlberger Grünen bei den Landtagswahlen im September 2014 anlangt, so gibt sich Wiesflecker noch bedeckt.

Noch kein Wahlziel festgelegt

„Wir haben eine sehr gute Ausgangsbasis, ein motiviertes Team und können auf engagierte Gemeindegruppen bauen. Unser Wahlziel legen wir erst fest.“ Auch die Frage von personellen Veränderungen im Team der hiesigen Grünen ist derzeit noch völlig offen. „Auch diesen Prozess starten wir erst jetzt nach der Nationalratswahl. Wichtig ist erst einmal, dass sich Johannes Rauch wieder erholt.“ Der Landtagswahl blicken die Grünen aber schon jetzt mit viel Optimismus entgegen.

Will Wallner Macht nicht teilen?

Und lassen deutlich durchblicken, dass diesmal die Absolute der Volkspartei fallen könnte. „Menschen wählen Hoffnung, nicht Vergangenheit. Wir brauchen keine Alleinherrscher, sondern Reformpartnerschaften. Wir waren bisher schon Motor für Reformen.“ Nachsatz: „Mal sehen, ob dies uns die Wähler goutieren.“ Die Landes-VP werde nach der Schlappe bei der NR-Wahl intern einiges zu besprechen haben. „Das ist der Preis, den man zahlt, wenn man sich bei jeder Gelegenheit vom Bund abgrenzt und dabei verzahnt ist. Ärgerlich ist, wenn LH Wallner verschämt vom klaren Auftrag spricht. Tatsächlich meint er, dass er die Macht nicht teilen will.“

Bei uns Grünen wird oft nur der Zeigefinger gesehen und nicht die Richtung, wohin der Finger zeigt.

Katharina Wiesflecker

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